Was ist gemeint, wenn im Zusammenhang mit der „Minoischen Kultur“ von so genannten Palastzeiten die Rede ist?

Grundsätzlich handelt es sich bei der „Minoischen Epoche/Kultur“ um eine Periode, die in etwa der – im so genannten Dreiperiodensystem des dänischen Archäologen Christian Jürgensen Thomsen (*1788/°1865) festgelegten – Zeitspanne der Bronzezeit (etwa von 2600/2200 bis 1100/800 v. Chr.) entspricht.

Die „Minoische Kultur“ gilt als die erste europäische Hochkultur.

Ihre Entstehung wird vornehmlich in den Anrainerländern der Ägäis – Griechenland und Türkei – vermutet, hatte aber ihr ausgewiesenes Zentrum auf der griechischen Insel Kreta.

Der zeitliche Verlauf der Entwicklung und des fortschreitenden Wachsens minoischer Kultur sowie der Versuch einer Gliederung derselben, soll, so heißt es, nach wie vor mit allerlei wissenschaftlich-archäologischen Tücken gespickt sein.

Während sich der Engländer Arthur Evans (*1851/°1941) in seiner Einteilung nach den vielfältigen Stilrichtungen der Ausgrabungsfunde zu richten versuchte, orientierte sich der griechische Archäologe Nikolaos Platon (*1909/°1992) dagegen an den offensichtlich zu verschiedensten Zeiten errichteten – oder wieder in Stand gesetzten – minoischen Palästen.

Nach dieser Theorie wird die Epoche der „Minoischen Kultur“ (vorerst) chronologisch in vier weitergehende Abschnitte unterteilt:

  • Vorpalastzeit von etwa 2600/2000 v. Chr.,
  • Ältere Palastzeit von etwa 2000/1700 v. Chr.,
  • Jüngere Palastzeit von etwa 1700/1400 v. Chr. und
  • Nachpalastzeit von etwa 1400 bis 1100/800 v. Chr., die auch mit „Mykenischer Periode“ bezeichnet wird.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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