Knossos - was ist das?

Knossos ist heute eine archäologische Ausgrabungsstätte auf der griechischen Insel Kreta, etwa fünf Kilometer außerhalb der Stadt Heraklion. In der Antike eine der bedeutendsten Städte der so genannten „Minoischen Kultur“.

Wiederentdeckung

Abgesehen von ersten archäologischen Arbeiten und Funden 1878 durch den

  • Kreter Kaufmann Minos Kalokairinos (*1843/°1907) sowie des vergeblichen Versuchs des
  • deutschen Trojaentdeckers Heinrich Schliemann (*1822/°1890), auf dem von ihm vermuteten Gelände des „Palastes von Knossos“ eine Grabungserlaubnis zu erhalten, gilt der
  • englische Archäologe Sir Arthur John Evans (*1851/°1941) als ausgewiesener Pionier in der Entdeckung der "Minoischen Kultur" – wozu insbesondere seine zu Beginn des 20. Jahrhunderts begonnenen Ausgrabungen der geradezu „labyrinthisch“ angelegten „Palastanlage von Knossos“ erheblich beigetragen haben.

Geschichte

Der früheste Palastkomplex („Älterer Palast“) entstand – so wird inzwischen weitestgehend als verbindlich angenommen – etwa um 2000 v. Chr. Wie auch die Paläste von Phaistos, Malia und Kato Zakros auf Kreta, wurde Knossos um 1700, 1600 und 1500 v. Chr. (durch Erdbeben?!) mehr oder weniger stark verwüstet, aber jedes Mal wieder aufgebaut.

Nach einer erneuten Verwüstung aller Paläste um 1450 v. Chr. herum (durch Vulkanausbruch auf der Insel Santorin sowie damit einhergehendem Tsunami?!), wurde dann lediglich der Palast von Knossos noch einmal aufgebaut, bevor er – vergleichsweise nur wenig später – endgültig durch einen Brand (aus bisher noch unbekannten Gründen) zerstört wurde.

Rekonstruktion

Alles, oder doch immerhin das Meiste, was heute auf dem gut 22000 qm großen Ausgrabungsgelände zu besichtigen ist, wird der „Jüngeren bzw. Neueren Palastzeit“ (etwa von 1700 bis 1400 v. Chr.) zugeschrieben – ungeachtet der seinerzeit bereits von Arthur Evans veranlassten zahlreichen Rekonstruktionen, die von den ihm nachfolgenden Archäologen nicht in jedem Fall auf wissenschaftliches Wohlwollen stießen/stoßen.

Egal! Denn trotz allem bietet ein Besuch dieser gewaltigen Anlage einen durchaus eindrucksvollen Einblick in die minoische Wohn- und Palastkultur.

Übrigens

Bei der Namensgebung der Begriffe „Minoische Epoche“ bzw. „Minoische Kultur“ hat sich Sir Arthur Evans, so heißt es, am kretischen König Minos orientiert.

Minos, das war der, der in der griechischen Mythologie unter anderem aus der Story um das im Labyrinth von Knossos eingesperrte Ungeheuer namens Minotaurus bekannt wurde.

Allerdings scheint es ein Labyrinth, einen Irrgarten im Sinne der Bedeutung des Wortes, mutmaßlich in Knossos nie gegeben zu haben. Jedenfalls ist es dort bis heute nicht entdeckt worden. Möglich ist allerdings –

  • neben ein, zwei weiteren Erklärungen, wie z.B. ein Mosaikfußboden mit labyrinthartigen Mustern und/oder ein vom vorgriechischen Wort „labrys“/“Doppelaxt“ abgeleiteter Begriff „Labyrinth“ –,

dass der Palastkomplex mit seinen verwirrend verschachtelten Bauten und zahlreichen Räumlichkeiten dem geneigten Betrachter schlicht und einfach wie ein Labyrinth vorkommen mag …

Autor: Manfred Zorn
Quellen: "Richtig Reisen" - Kreta (DuMont Buchverlag Köln);
"Kreta - Kunst aus 5 Jahrtausenden (DuMont Kunst-Reiseführer)

 

 

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