Wieso entspricht die „Mykenische Periode“ gleichzeitig der „Nachpalastzeit“ der Minoer?

Weil um 1400 v. Chr. herum mykenische Achäer vom griechischen Festland aus begannen Kreta zu erobern, und die Insel sozusagen zur mykenischen Kolonie "degradierten".

Mit dieser Invasion begann die schleichende Auflösung der „Minoischen Kultur“ – und damit die nach dem griechischen Archäologen Nikolaos Platon (*1909/°1992) etwa von 1400 bis 1100/800 v. Chr. datierte „Mykenische Periode“ (auch: „Nachpalastzeit“).

Zwar kam es wohl nicht zu einer ultimativen Verschmelzung unter den alten und neuen Bewohnern, aber doch pflegten die Mykener nicht nur die minoische Kultur, sondern entwickelten auch die – bisher so gut wie kaum entzifferte – Linear A Schrift der Minoer weiter.

Das Resultat daraus bezeichnete der englische Archäologe Arthur Evans (*1851/°1941) als so genannte Linear B Schrift, die gewissermaßen als Vorform der heutigen griechischen Sprache gilt.

Nach gut zweihundert Jahren mykenischer Herrschaft auf Kreta, etwa um 1200 v. Chr., verschwand auch die mykenische Kultur im historischen Nirwana, lebt aber in der griechischen Mythologie, unter anderem im Zusammenhang mit dem Kampf um Troja, weiter …

PS

  • Achäer, mykenische Achäer, Mykener = eine möglicherweise um 1900/1800 v. Chr. auf dem Peloponnes – woher auch immer – eingewanderte indoeuropäische? Volksgruppe.

Während sich die Mykener, benannt nach ihrer (antiken) Stadt Mykene, wohl auch selbst als Achäer bezeichnet haben, soll Homer, der Verfasser der Ilias und der Odyssee, mit diesem Begriff sämtliche griechischen Stämme einbezogen haben.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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