Warum weiß man so viel über die Skythen?

Aussagen über Brauchtum, Tradition und Kultur der Skythen stammen zum Teil aus römischen, im Wesentlichen aber aus griechischen Quellen.

Herodot, Hippokrates und die moderne Wissenschaft

Und hier im Besonderen aus Überlieferungen der beiden Griechen Herodot (*etwa 485/°424 v. Chr.) und Hippokrates von Kos (*etwa um 460/°370 v. Chr.). Der eine populärer Historiker seiner Zeit, der andere ein berühmter Arzt und Begründer der wissenschaftlichen Medizin.

Über die „angebliche“ Namensgebung des noch heute die Ärzte verpflichtenden so genannten „Eids des Hippokrates“ wird noch gestritten. Wie so oft, bestehen auch hier unterschiedliche Thesen innerhalb der archäologischen Wissenschaft.

Aber, obwohl in weiten Teilen aus heutiger Sicht mythisch verklärt und mit der modernen Wissenschaft nicht 1:1 übereinstimmend, werden die antiken Berichte durch die seit den 1860iger Jahren stattfindenden archäologischen Ausgrabungen im Länderviereck Russland, Mongolei, China und Kasachstan (Altaigebirge/ Pazyryk-Kultur) sowie unter anderem im Schwarzmeerraum in ihrer Aussage streckenweise durchaus gestützt.

Archäologische Funde

So wurden in den so genannten „Kurganen“, das sind kegelförmige Grabhügel, bisher eine Vielzahl gut erhaltener Artefakte, wie zum Beispiel

  • kostbares Trinkgeschirr,
  • Gebrauchsgegenstände aus Holz, Metall und Leder,
  • beeindruckender Goldschmuck – sogar für Pferde –
  • gut erhaltene prächtige Kleidung,
  • reich verzierte Waffen (Pfeil, Bogen und Köcher, Dolche, Streitpickel, Messer)

u.a.m. gefunden, die einen wesentlichen Aufschluss über die Lebensweise der Skythen geben.

Eine archäologische Sensation

Ein noch nicht allzu lange zurückliegender Sensationsfund gelang dem Prähistoriker Prof. Dr. Hermann Parzinger (*1959/München) 2006 im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts des

  • Deutschen Archäologischen Instituts,
  • dem Institut für Archäologie und Ethnographie der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften und dem
  • Institut für Archäologie der Mongolischen Akademie der Wissenschaften.

Wo und was, oder wen?

In der Dauerfrostzone des Altai-Gebirges, genauer: in einem Hochgebirgstal des Ojgor-Gol und seiner fünf Zuflüsse, unter anderem im Tal/der Schlucht des Flusses Olon-Kurin Gol auf mongolischer Seite, stießen die Archäologen auf einen fast vollständig erhalten gebliebenen (teilmumifizierten) Leichnam eines möglicherweise skythischen Kriegers in voller Bekleidung mit Pelzmantel, Wollhose, Filzhaube- und Stiefel.

Was bleibt? Ok – ein weites Feld für weitere archäologische Forschungen …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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