Was ist Aztlán, wer sind die Azteken und was ist Tenochtitlán?

Aztlán gilt als ursprüngliche Heimat der Azteken.

Aber niemand weiß bisher wirklich, wo dieses Aztlán gewesen sein soll. Die einen vermuten es auf der mexikanischen Halbinsel Baja California (Niederkalifornien) oder auf der kleinen, der Stadt Santiago Ixcuitla vorgelagerten Insel Mexcaltitán de Uribe, andere in Kalifornien, New Mexiko und wieder andere gar in noch weiter entfernt liegenden, südlichen Gegenden Nordamerikas.

Und dann gibt es Stimmen die behaupten, dieses sagenumwobene Aztlán hätte es überhaupt nie gegeben.

Von Aztlán zum Texcoco-See

Ok! Wo auch immer das sagenhafte Aztlán nun tatsächlich gelegen haben mag, irgendwann im Laufe des 14. Jahrhunderts, so ist aus aztekischen Chroniken zu erfahren, muss sich das Volk der Azteken auf Wanderschaft begeben haben.

Nach archäologischen Erkenntnissen erreichten die Umsiedler 1325 (nach aztekischem Kalender: 1370) das so genannte „Tal/Becken von Mexiko“ – eine von den Vulkanen Popocatepetl („rauchender Berg“/5450 m) und Iztaccihuatl („weiße" bzw. "schlafende Frau"/5286 m) umgebene Hochebene auf 2000 ü. M.

Auf einer kleinen Insel, im heute von Austrocknung bedrohten Texcoco-See, ließen sie sich nieder und gründeten ihre Hauptstadt Tenochtitlán.

Die größte Stadt der damaligen Welt

Tenochtitlán, eine Stadt, die während der Blütezeit des Azteken-Reiches zwischen 100.000 bis über 200.000 Einwohner gehabt haben soll, wurde 1521 von den Spaniern unter ihrem Konquistador (Eroberer) Hernán Cortés (*1485/°1547) fast völlig zerstört, anschließend aber als „La Ciudad de Mexico“ (Mexico-Stadt/Mexico-City) auf den Ruinen wieder aufgebaut.

Übrigens

Als die spanischen Konquistadoren und Azteken seiner Zeit aneinander gerieten, sollen Letztere sich selbst nicht Azteken, sondern „Mexica“ genannt haben.

Die Bezeichnung Azteken, wahrscheinlich zurückzuführen auf die sprachlichen Begriffe „Azteca“ oder „Aztlaneca“ sowie (daraus abgeleitet) „Aztlán“ gleich „Azteken“, wurde erst im 18. Jahrhundert geprägt.

Im Besonderen vom naturwissenschaftlichen Allroundtalent und Forschungsreisenden, auch als „zweiter Kolumbus“ oder „wissenschaftlicher Wiederentdecker Amerikas“ apostrophierten, Alexander von Humboldt (*1769/°1859).

Autor: Manfred Zorn

 

 

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