Machu Picchu - was ist das eigentlich?

Was Machu Picchu ist? Eine Ruinenstätte!

Augusto Berns und Hiram Bingham

Und zwar eine Ruinenstätte, die 1867 von einem gewissen, heute als zwielichtig geschilderten deutschen Ingenieur und Unternehmer Augusto Berns (*1842/°1888) erstmals – im Rahmen seiner angestrebten Schatzsuche gleichsam unverhofft – "aufgestöbert" wurde.

Möglicherweise hat der – inzwischen als übel beleumundete – Berns seine Entdeckung nur deswegen im Dunkeln gelassen, weil er anlässlich seiner "Entdeckung" mehr an der Plünderung dieser ehemaligen Inkastadt interessiert war, als seinen "Fund" den Archäologen bekannt zu machen.

Das mag erklären, warum der amerikanische Archäologe Hiram Bingham (*1875/°1956) als ursprünglicher Entdecker der in der Gebirgskette der Anden gelegenen Ruinenstätte gilt. Das war ein paar Jahrzehnte später. Nämlich 1911.

Zurechtgemacht für den Tourismus

In der zu Binghams Zeit vom Dschungel überwucherten und etwa plus/minus 2400 Meter ü.M. liegenden Terrassenstadt, deren ursprüngliche Bestimmung der Forschung noch heute Rätsel aufgibt, sind seit der in den 70iger Jahren des 20. Jahrhunderts vom peruanischen Staat veranlassten Restaurierung der Ruinenstadt gut zweihundert Gebäude –

  • zum Beispiel Wohnhäuser, Werkstätten, Tempel, Paläste, ein ehemals möglicherweise als Observatorium dienendes Bauwerk sowie Straßen, Treppen, Plätze, Mauern und Bewässerungsanlagen –

freigelegt und für den Tourismus gangbar gemacht worden.

Stadt in den Wolken

Und doch kann bisher niemand, trotz einiger bestehender und durchaus denkbarer Theorien, exakt erklären, wie und woher die weder das Rad noch Eisenwerkzeuge kennenden Inka die zum Bau der Stadt verwendeten tonnenschweren Granitblöcke und andere Materialien auf diese Höhe geschafft haben – und warum ausgerechnet an dieser Stelle zu welchem Zweck.

Nichts desto trotz wird angenommen, dass die Errichtung Machu Picchus („Alter Berg“) etwa um 1440/1450 vom ab 1438 bis 1471 regierenden neunten Inkaherrscher

  • Pachacútec Inca Yupanqui („Weltenveränderer)

- möglicherweise geplant als "Landsitz" – in Angriff genommen und von seinem Nachfolger

  • Tupac Inca Yupanqui (°1493)

weitergeführt wurde.

Verlassen, nicht gefunden und heute Weltkulturerbe

Aus, wie gesagt, per heute immer noch ungeklärten Gründen wurde die Stadt, wahrscheinlich beim Näherrücken der spanischen Eroberer um 1532 herum von den Inka auf Nimmerwiedersehen verlassen.

Dass Machu Picchu dem geneigten Besucher heute allerdings nahezu als vollständig erhalten erscheint und 1983 von der UNESCO sogar zum Weltkulturerbe erklärt wurde, mag möglicherweise auch daran liegen, dass der unangenehme spanische Zeitgenosse Francisco Pizarro (*um 1476/°1541) mit seiner marodierenden Soldateska die Stadt schlicht und einfach nicht gefunden hat und somit nicht zerstören konnte …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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