Wer war Pachacútec Inca Yupanqui?

Ganz sicher kennen diejenigen den Namen Pachacútec Inca Yupanqui, die schon einmal die Inka-Ruinenstätte Machu Picchu („Alter Berg“) in Peru besucht haben.

Denn der Bau dieser – möglicherweise als „Landsitz“ geplanten – „Stadt in den Wolken“ wird, so ist es nachzulesen, von der ethnohistorischen (völkerkundlichen) Forschung und der Archäologie mit Pachacútec in Verbindung gebracht, der etwa um 1440/1450 den Startschuss zur Errichtung Machu Picchus gegeben haben soll.

Erfolgreicher Heerführer

Pachacútec Inca Yupanqui, der eigentlich Cusi Yupanqui hieß und ursprünglich von seinem Vater nicht als dessen Nachfolger vorgesehen war, gelang – wahrscheinlich um 1438 herum – der Sieg über das bereits vor der Einnahme der Inkahauptstadt Cuzco/Cusco stehende indianische Volk der so genannten Chanca/Chanka.

Wie es zu dem Namen kam

Damit vergrößerte Cusi das Inkareich um die Gebiete der Chanca, wurde als Held gefeiert, übernahm als neunter Inkaherrscher die Staatsgeschäfte, und ließ sich fortan Pachacuti bzw. Pachakutiq Yupanci bzw. Pachacútec Inca Yupanqui nennen – was in der noch heute in Peru, Bolivien, Ecuador, Argentinien, Kolumbien und (vereinzelt) in Chile gesprochenen Quechua-Sprache soviel wie Zeitenwende/Weltenwender/Weltveränderer bedeutet.

In wieweit die Geschichte der Schlacht um Cusco lediglich auf Erzählungen, auf von Mund zu Mund weitergegebenen Legenden beruht, sei dahingestellt.

Landnahme

Fakt dagegen scheint zu sein, dass sich mit der Herrschaft Pachacútecs das Inkareich tatsächlich grundlegend veränderte.

Das von ihm straff (man kann auch sagen: despotisch) regierte Inkareich führte eine Abfolge von Kriegen, eroberte, damit einhergehend, weite Teile Südamerikas und gliederte die besiegten Völker – es sollen bis zur mörderischen Vernichtung der Inka 1532 durch die spanischen Konquistadoren um die 200-250 ethnische Gruppen gewesen sein – kompromisslos in das ständig wachsende Reich ein.

Organisator, Reformer und Erneuerer

Pachacútec, der auch leidenschaftlich zu dichten schien und seine Verse zu zeremoniellen Anlässen auch selbst vorgetragen haben soll,

  • ließ Paläste, (Sonnen-)Tempel und Kultstätten bauen,
  • erneuerte die Hauptstadt Cusco nach seinen Vorstellungen,
  • strukturierte, organisierte und reformierte Staat, Wirtschaft und Religion,
  • verschob den Beginn des Inka-Kalenders auf Dezember,
  • verbesserte das ohnehin schon großartige Straßennetz mit seinen Mauern, Hängebrücken und Pontons,
  • wachte – zwecks besserer Bewässerung – über das terrassenförmige Anlegen landwirtschaftlicher Flächen,
  • ließ, in Furcht vor möglichen Hungersnöten, gewaltige Vorratsspeicher errichten und
  • erhob „Quechia“ zur allgemeinen Staatssprache.

Der Zweck heiligt die Mittel

Damit all das und noch mehr auch wirklich durchgesetzt werden konnte, schreckte Pachacútec weder vor massiven Zwangsumsiedlungen seiner eigenen und der der unterworfenen Untertanen (die gefälligst alle dort zu sein hatten, wo sie eben für seine hehren Ziele gebraucht wurden), noch vor einer geheimdienstlichen Überwachung der Bevölkerung und deren Einhaltung seiner – nach heutigen Maßstäben – in durchaus autokratischer Manier verfassten Gesetze zurück.

Kurz und gut

Hatte bereits Pachacútecs Vater Viracocha das Herrschaftsgebiet bis zum Titicacasee (heute: zu 60% in Peru, zu 40% in Bolivien gelegen) ausgedehnt, schuf der Sohn ein in vier Teile gegliedertes Imperium, das von den Inka „Tawantinsuyu“/„Tahuantinsuyo“ („Land der vier Himmelsrichtungen" oder auch der "zusammengehörenden Reiche/Gebiete/Teile“) genannt wurde.

Pachacútec verstarb 1471. So wie es aussieht, wahrscheinlich eines natürlichen Todes.

Das sich unter seiner Ägide bis nach Bolivien und Ecuador erstreckende Reich, erweiterte sein Sohn und Nachfolger Tupac Inca Yupanqui (°1493) um das heutige Kolumbien und Teile Chiles und Argentiniens. Wahnsinn ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

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