Worauf ist der Begriff „Inka-Pfad“ ursprünglich zurückzuführen?

Der Begriff "Inka-Pfad" ist auf das gewaltige Straßensystem der Inka zurückzuführen!

Dieses System soll (geschätzt) zwischen 30- und 40.000 km lang gewesen, von den Inka auf der Grundlage vorheriger Kulturen weiterentwickelt worden sein und das Straßennetz der Römer bei weitem übertroffen haben.

Im Stafettenlauf über Stock und Stein

In extrem unwegsamem Gelände durchaus als Pfad zu bezeichnen, zeichnete sich das weit verzweigte Geflecht der Verbindungswege aber im Wesentlichen durch seine unübertroffene Einzigartigkeit aus.

Zwei sowohl über Flachland, Sümpfe und über steile, bis zu 4000 und mehr Metern ü. d. M. liegende Andenpässe führende Hauptstraßen, die wiederum durch unzählige Nebenstraßen miteinander verbunden waren, hatten für die Inka unter anderem auch den unschätzbaren Vorteil einer gut funktionierenden Kommunikation.

So sollen zum Beispiel Kuriere/Stafettenläufer in der Lage gewesen sein, Botschaften jeglicher Art in nur wenigen Tagen über eine Strecke von etwa 2000 km zu tragen. Im Laufschritt!

Ingenieurskunst machte es möglich

Aber, immerhin! Die durch Mauern vor Erdrutschen geschützten und mit Fundamenten befestigten Wege führten über Abgründe überspannende Hängebrücken, durch Tunnel und/oder mit Dämmen aus Stein über Sümpfe.

Überwiegend schnurgerade angelegt und stellenweise wenigstens acht, manchmal sogar sechzehn Meter breit, diente das stark frequentierte Straßennetz außer der Nachrichtenverbreitung natürlich auch dem Warenverkehr mit den Lasten tragenden Lamas, Truppenverlagerungen von A nach B sowie reisenden Großkopferten in ihren von Domestiken getragenen Sänften zur bequemen Durchführung ihrer Besuche entfernter Gegenden des riesigen Inka-Reiches.

In angemessenen Abständen platzierte Rasthäuser, Poststationen, Lamaställe, Warenlager und Versorgungsdepots komplettierten das auf strategische Anforderungen ausgerichtete Straßensystem der Inka.

Von den Spaniern zur UNESCO

Mit Beginn der spanischen Eroberungszüge begann der langsame Verfall der Straßen.

Das, was heute noch davon vorhanden ist, wird – unterstützt von der UNESCO und anderer Organisationen – versucht zu erhalten bzw. mit archäologischen Mitteln möglichst wieder herzustellen.

Apropos

Wird heutzutage vom „Inka-Pfad“ gesprochen, sind damit im Wesentlichen die etwa 35/45 km langen Trekking-Touren in den peruanischen Anden gemeint.

Die starten in der Regel in Cusco/Cuzco (Hauptstadt der gleichnamigen peruanischen Region/Provinz) und führen den Wanderer ab Kilometerstein 82 bei Ollantaytambo über Wayllabamba, Pacaymayo und Winay Wayna (Huynay Hiayna) bis zur Ruinenstätte Machu Picchu – was aber letztlich nur einem sehr geringen Teil des ursprünglichen „Inka-Straßennetzes/Pfades“ entspricht ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

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