Wer waren die Olmeken?

Das Volk der Olmeken gilt als Begründer der ersten Hochkultur Mittelamerikas, die etwa um 1800 v. Chr. an den Küsten im Süden Mexikos ihren Ursprung hatte.

Olmeken, Kautschuk und Azteken

Der Name – Olmeken – stammt nicht von ihnen selbst.

Vielmehr wurde der auf die Sprache der Azteken zurückgehende Ausdruck, der soviel wie „Menschen aus Olman“ bzw. „Menschen aus dem Kautschukland“ bedeutet, von Wissenschaftlern etwa zur Mitte des vorigen Jahrhunderts geprägt.

Ausgrabungsstätten

Die etwa ab den zwanziger/dreißiger Jahren des 20. Jhts ernsthaft begonnenen und immer noch andauernden Ausgrabungen – im Wesentlichen in den Zentren:

  • San Lorenzo Tenochtitlan im Bundesstaat Veracruz/Mexiko,
  • Tres Zapotes, Kleinstadt und Ausgrabungsstätte im Bundesstaat Veracruz/Mexiko
  • Cerro de las Mesas im Bundesstaat Veracruz/Mexiko sowie
  • La Venta im Bundesstaat Tabasco/Mexiko,

haben inzwischen erheblich dazu beigetragen, Licht ins Dunkel der olmekischen Kultur (mit ihrer angenommenen Blütezeit zwischen 1200 bis 400 v. Chr.) zu bringen.

Funde

So wurden u. a. ein mit Schriftzeichen/Symbolen versehener Stein,

  • der „Cascajal-Stein“,
  • relativ gut erhalten gebliebene Tempelanlagen,
  • Überbleibsel von Häusern aus Flechtwerk, Lehm und Palmenblättern,
  • Basaltaltäre,
  • monumentale Steinköpfe,
  • Statuen mit Darstellungen sitzender Menschen sowie
  • eine Reihe Jaguar- und andere Tierfiguren gefunden,

die durchaus zu Rückschlüssen auf Lebensform, Zeitgeist und kulturelle Eigenart der Olmeken führen lassen – auch, wenn einiges dabei lediglich auf Vermutungen beruht.

Zerstörung oder Verdrängung?

Etwa um 400 v. Chr. begann die Kultur der Olmeken den Weg allen Irdischen zu gehen.

Sie zerfiel, wurde zerstört oder – im besten Fall – von nachfolgenden Kulturen (Zapoteken? Maya?) einfach nur verdrängt. Nichts genaues weiß man nicht.

Apropos

Trotz intensiver wissenschaftlicher Beschäftigung mit den o. gen. Funden und deren Interpretation seit der Entdeckung des ersten von inzwischen siebzehn Kolossalköpfen im Jahr 1862, bleibt das Reich der Olmeken bisher in weiten Teilen im archäologischen Nirvana.

Fest dagegen scheint zu stehen, dass es die Olmeken tatsächlich gegeben hat und – nach heutigem Sprachgebrauch – Indianer gewesen sind.

Ob sie allerdings eine einheitliche Volksgemeinschaft in einem fest umrissenen Staatsgebiet unter politischer Führung eines Herrschers bildeten, bleibt vorerst nach wie vor unklar.

Aber, wie gesagt, die Forschung ist nicht abgeschlossen. Die Ausgrabungen werden weitergeführt. Es ist anzunehmen, dass die Archäologen irgendwann in naher Zukunft doch noch zu ganz neuen (oder gar anderen?) Erkenntnissen kommen. Warten wir´s ab …

Autor: Manfred Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige