Wer oder was ist eigentlich Teotihuacán?

Eine Pyramidenstadt/Ausgrabungsstätte in Zentralmexiko. Nicht weit entfernt von Mexiko-City.

 

Jeder Reisende, der schon einmal auf den Spuren der Azteken unterwegs war, wird sie kennen, die Stadt, deren Ausdehnung sowie die Entstehung der Prachtbauten zur Blütezeit Teotihuacáns etwa ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. begann und bis ins 7. Jahrhundert n. Chr. andauerte.

Ausgrabungen

Heute findet der geneigte Besucher in der „Archäologischen Zone“ noch die

  • Straße der Toten,
  • den Tempel/Palast des Quetzalcoatl, einer – zum Beispiel – auch von den Azteken, Maya und Tolteken verehrten Gottheit,
  • die Paläste Quetzalpapalotl mit dem Innenhof des Jaguar (wahrscheinlich Wohnstätte des Oberpriesters) und Tepantitla mit dem Fresko "Paradies des Regengottes",
  • die Mond- und Sonnenpyramide sowie einige weitere großartige
  • Gebäude, die den Priestern seinerzeit als Tempel gedient haben mögen.

Über die Bewohner der Stadt – ihren Namen, ihrer Herrscher/Oberpriester, Schrift und Sprache – ist dagegen so gut wie nichts bekannt.

Einwohnerzahl

Und doch soll die – von den Azteken später Teotihuacán („Wo Menschen zu Göttern wurden“) genannte – Stadt zur Hochzeit ihres Bestehens eine Einwohnerzahl entweder vergleichbar mit Salzgitter (101800), oder gar Mainz (201000) gehabt haben.

Die demnach von Historikern vermutete Bevölkerungszahl schwankt also, je nach Quelle, zwischen beträchtlichen 100- bis 200000 Einwohnern. Donnerwetter!

Landwirtschaft, Handwerk, Handel und Priester

Unter ihnen, den Einwohnern Teotihuacáns, gab es Bauern, Weber, Töpfer und andere Gewerke, Händler sowie – über allen stehend – die Priesterherrscher.

Anzunehmen ist, dass die Stadt ihren Wohlstand im Wesentlichen ihrer ausgedehnten Handelsbeziehungen verdankte.

Niedergang

Dann, irgendwann im Laufe des 7. Jahrhunderts n. Chr., ging Teotihuacán aus bisher nicht wirklich geklärten Umständen, die (zum Beispiel) gewesen sein könnten:

  • Veränderte Handelsbedingungen in Form erschwerten Wettbewerbs?
  • Einbruch der Importe, mit daraus folgernder Lebensmittelknappheit?
  • Aufstände unterprivilegierter Schichten?
  • Selbstzerstörung und damit einhergehendem Vandalismus?

in Flammen auf. Niemand kennt bis heute ganz genau das "Warum?"

Bereits die Nachfolger, die Azteken, konnten sich keinen Reim auf die bereits zerstört vorgefundene Stadt machen, gingen aber, wie's sich darstellt, anscheinend pfleglich mit dem Erbe um …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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