Wer oder was sind eigentlich Mixteken?

Wie auch die Chavín, Olmeken und Zapoteken, sind die Mixteken ein so genanntes „präkolumbianisches“ Indio-/Indianervolk Mittelamerikas.

Das heißt: Die etwa im Laufe des 7. Jahrhunderts n. Chr. in Zentralmexiko, genauer: In die Gegend der heutigen Bundesstaaten Oaxaca, Guerrero und Puebla (woher auch immer kommend) eingewanderten Mixteken, lebten ihre Geschichte und Kultur vor der Entdeckung der „Neuen Welt“ durch Christoph Kolumbus 1492.

Tilantongo, Mitla und Monta Albán

Vermutlich um 692 n. Chr. sollen sie ihre Hauptstadt Tilantongo gegründet haben.

Später dann, etwa ab 900/1000 n. Chr., verdrängten die Mixteken die vormals im Oaxacatal lebenden Zapoteken und übernahmen – unter anderen – deren Zentren Mitla und Monte Albán.

Priester, Menschenopfer und Prophetie

Während die vermutlich nie in einem gemeinsamen Staatengebilde, sondern in kleineren „Fürstentümern“ strukturierten Mixteken die Stadt Monte Albán vornehmlich als Begräbnisstätte nutzten, machten sie Mitla – ähnlich der Stadt Achiutlan mit dem (angeblichen) Heiligtum „Herz des Volkes“ – zu ihrem religiös-kulturellen Zentrum.

Orte, an denen die zur oberen Klasse gehörenden Priester ihren Göttern huldigten, diesen wohl auch hin und wieder rituelle Opferungen (auch Menschenopfer) brachten und sich von Sehern die Zukunft prophezeien ließen.

Hirschleder, Wolkenland und Kunstgewerbe

Reichhaltigen archäologischen Funden zur Folge zum Beispiel zahlreicher in Bilderschrift auf Hirschleder verfasster Hinterlassenschaften – ist als gesichert anzunehmen, dass das, von den Azteken „Volk aus dem Wolkenland“ genannte, indianische Urvolk der Mixteken über eine eigene Sprache, einen Kalender und eine ausgesprochen brillante Goldschmiede- und Töpferkunst verfügte.

Der Lauf der Dinge

Zwar eroberten die Azteken etwa um 1490 das Oaxacatal, und die spanischen Konquistadoren machten 1521 wiederum den Azteken den Garaus – aber, es gibt sie noch, die Mixteken.

Zugegeben, gemessen an der Gesamtbevölkerung Mexikos mit ungefähr 120 Millionen Einwohnern nur in homöopathischer Größenordnung, aber immerhin!

PS

Tilantongo – heute: Ausgrabungsstätte nahe Santiago Tilantongo im Bundesstaat Oaxaca/Mexiko,

Achiutlan – heute: Stadt und Gemeinde San Juan Achiutla im Bundesstaat Oaxaca/Mexiko, zur Zeit der Mixteken Aufbewahrungsort eines Nationalheiligtums, des so genannten "Herzen des Volkes" – eines in seiner Größe unübertrefflichen Smaragds, der im Zuge der Eroberung durch die Spanier im 16. Jahrhundert einfach so verschwand.

Auf mysteriöse Weise. Niemand weiß wer, wann und wohin.

Hatte da etwa ein früher Indianer Jones alias Harrison Ford seine Hände im Spiel? Nein, wohl doch eher nicht …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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