Wer war Ferdinand I.?

Der Sohn des spanischen Königs Philipp I. des Schönen (*1478/°1506) aus dem Hause der Habsburger und dessen Gattin Johanna I. „der Wahnsinnigen“ (*1479/°1555).
Johanna wiederum war die Tochter Isabellas I. von Kastilien (*1451/°1504) und Ferdinands II. von Aragón (*1452/°1516) - des berühmt-berüchtigten Königspaares also, dass die konsequente Durchführung der Inquisition in Spanien eingeführt hat.  

 

Das Erbe

Das gewaltige Erbe, sowohl des Vaters als auch des Großvaters Maximilian I. (*1459/°1519), wurde 1521 zwischen Ferdinands Bruder Karl V. (*1500/°1558) und ihm geteilt.
Karl erhielt die spanischen Besitzungen und das Gebiet der heutigen Beneluxstaaten; Ferdinand weite Landstriche - wie zum Beispiel in Kärnten, Tirol, der Steiermark, in Kroatien, Ungarn, Italien, Deutschland, Frankreich und einigen anderen mehr.

 

Der Aufstieg

Während Bruder Karl V. zu dem Zeitpunkt bereits König von Spanien und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war oder sich so fühlte (die offizielle Krönung durch Papst Clemens VII. fand erst 1530 statt), verlief Ferdinands Karriere vergleichsweise langfristiger.
Er wurde Erzherzog von Österreich, dann König von Böhmen, Kroatien und Ungarn und 1531 römisch-deutscher König.

In diesen Funktionen unterstützte er einerseits seinen Bruder stellvertretend in Staatsgeschäften, zum anderen nutzte er die Zeit, seine ererbten Gebiete zu konsolidieren und abzusichern.
Das heißt, Ferdinand schuf - unter anderem auch mit einer umfassenden Verwaltungsreform - die Voraussetzungen zur Gründung der späteren Donaumonarchie.
Er gilt heute als „Vater der österreichischen Linie der Habsburger“.

 

Der Kaiser

Mit der unerwarteten Abdankung Kaiser Karls V. 1556, übernahm Friedrich, sozusagen „automatisch“, die Amtsgeschäfte des Bruders.
Zwei Jahre später, im Februar 1558, folgte seine kaiserliche Bestätigung auf dem Frankfurter Kurfürstentag.
Den kirchlichen Segen erhielt er allerdings nicht vom amtierenden Papst Paul IV. (*1476/°1559), sondern, nur wenig später, von dessen Nachfolger, Papst Pius IV. (*1499/°1565).

 

Steckenpferde, Ehe und Kinder

Ferdinand I. (*1503/°1564), leidenschaftlicher Jäger, Kunstsammler, partieller Bauherr und dem Militärischen nicht sonderlich zuneigend, war verheiratet mit Anna von Böhmen und Ungarn (*1503/°1547) und hatte fünfzehn Kinder, von denen zwei - ein Junge, ein Mädchen - früh verstarben.

Die zehn überlebenden Töchter wurden geschickt verheiratet, und einer der drei verbliebenen Söhne, Maximilian II. (*1527/°1576), wurde in der Nachfolge des Vaters 1564 ebenfalls Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (Deutscher Nation).

 

Wien und Prag

Ferdinand verstarb im Juli 1564 in Wien. Sein Grab befindet sich im Veitsdom der Prager Burg auf dem Hradschin, einem Hügel der Stadt Prag/Tschechien.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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