Wer oder was war eigentlich der „Schmalkaldische Bund“?

Im Kern ging es dem Bund um Glaubensfragen.

Ratlosigkeit

Der Reichstag 1521 in Worms, der mit dem so genannten „Wormser Edikt“, sprich: Der Verhängung der Reichsacht über Martin Luther durch Kaiser Karl V. (*1500/°1558) endete, hatte die dort versammelten Kurfürsten, Reichsfürsten und Vertreter des „(Reichs-)Städtekollegiums“ in Fragen des rechten Glaubens verwirrt und unsicher zurückgelassen.

Die Beteiligten schwankten zwischen dem bisher obligatorischen Katholizismus und den Ansichten des Reformators Martin Luther (*1483/°1546). Nach längerem Hin und Her auf den nachfolgenden Reichstagen in Nürnberg und Speyer, setzten sich schließlich die Anhänger des „alten“ Glaubens durch. Fortan sollte ausschließlich nach den Festlegungen des „Wormser Edikts“ zu handeln sein.

Widerspruch und Gründung des "Schmalkaldischen Bundes"

Das führte zu Widerspruch innerhalb des evangelischen Establishments, und eine Reihe empörter Kurfürsten, Land- und Markgrafen sowie eine erkleckliche Anzahl Reichsstädte protestierten (Protestanten) vehement gegen dieses Ansinnen.

Um ihren Standpunkt deutlich zu machen, überreichten sie Karl V. zwar eine Zusammenfassung ihrer lutherischen Glaubenssätze („Confessio Augustana“), doch eine Einigung kam nicht zustande.

Stattdessen kam es 1531 unter Führung des Landgrafen Philipp I. von Hessen (*1504/°1567) und des Kurfürsten Johann Friedrich I. von Sachsen (*1503/°1554) zur Gründung des so genannten „Schalkaldischen Bundes“.

Der Name dieses durchaus auch militärisch ausgerichteten protestantischen Bundes ist zurückzuführen auf den Tagungsort Schmalkalden in Thüringen.

Ein überlasteter Kaiser und die Reformation auf dem Vormarsch

Aber trotz dieses für Karl V. eigentlich nicht zu akzeptierenden Bündnisses, ließ er vorerst Protestanten Protestanten sein, da er – unter anderem – über Gebühr von den gegen Wien vorrückenden Türken, räuberischen Piraten um Spanien herum und dem um seine Pfründe fürchtenden König Franz I. von Frankreich (*1494/°1547) in Anspruch genommen wurde.

Währenddessen breitete sich die Idee der Reformation in weiten Teilen Europas aus.

Apropos

Teilnehmer eines Reichstags im Heiligen Römischen Reich (Deutscher Nation) waren die Vertreter der drei Reichsstände: Kurfürsten, Reichsfürsten, Reichsstädte.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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