Was war das Ergebnis des „Augsburger Religionsfriedens“?

Das Nebeneinander von in Glaubensfragen differierenden Religionsgemeinschaften!

 

Wie sich nach der 1547 von Kaiser Karl V. (*1500/°1558) gewonnenen Schlacht gegen den protestantisch geprägten „Schmalkaldischen Bund“ zeigte, erwies sich die Mattsetzung des Bundes bei Mühlberg an der Elbe/Brandenburg lediglich als Pyrrhussieg. Die Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten schwelten unkontrolliert weiter.

Um nun diese Unruhen endlich entschärfen zu wollen, setzten sich Fürsten und Stände 1555 auf dem Reichstag in Augsburg zusammen.

Die Formulierung des später von Karls V. Bruder Ferdinand I. (*1503/°1564) unterzeichneten Abschlusskommuniques, des so genannten „Augsburger Religionsfriedens“, entsprach allerdings einem mehr oder weniger faulen Kompromiss. Denn letztlich behielten die Großkopferten die Nase vorn.

Das heißt:

Zwar konnten die Adeligen zukünftig in ihrem Herrschaftsgebiet ihre Religion frei wählen, die für sie „tätigen“ Untertanen konnten das nicht. Jedenfalls nicht eigenständig.

Dennoch ist andererseits eindeutig festzuhalten, dass, trotz vorangegangener heftiger Kontroversen, im September 1555 mit den abschließenden Beschlüssen des Reichstags in Augsburg die evangelisch-lutherische Religionszugehörigkeit erstmals verbindlich festgeschrieben wurde.

Mittelbar verbunden damit war das Nebeneinander beider Konfessionen.

Man könnte auch sagen:

Beide Glaubensrichtungen, Katholizismus und Protestantismus, waren jetzt dauerhaft festgezurrt und stabilisiert – trotz im Verlauf der Geschichte weiterer konfessioneller Auseinandersetzungen (z.B. Hugenottenkriege, Dreißigjähriger Krieg, Nordirlandkonflikt 1969-1998) ...

Übrigens

Nicht wirklich zufrieden mit dem erzielten Ergebnis des Augsburger Reichstages und anscheinend amtsmüde,

  • dankte Karl V. 1556 ab,
  • überließ das Kaisertum dem österreichischen Zweig der Habsburger unter seinem Bruder Ferdinand I.,
  • übergab das Königreich Spanien, die Niederlande, die Besitzungen in der so genannten „Neuen Welt“ und einiges andere mehr an seinen Sohn Philipp II. (*1527/°1598),
  • zog sich in den Südwesten Spaniens zurück

und verstarb im September 1558 im Kloster San Jeronimo de Yuste - an, wie es heißt, inzwischen wissenschaftlich einwandfrei nachgewiesener Malaria.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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