Was ist unter „Erster Wiener Türkenbelagerung“ zu verstehen?

Die so genannte „Erste Wiener Türkenbelagerung“ begann mit Sultan Süleyman I. (*um 1495/°1566), der, nach einer Reihe bereits vorangegangener erfolgreicher Feldzüge, von Belgrad/Serbien kommend, im September 1529 meinte, mal eben die habsburgische Residenz- und spätere Hauptstadt Wien einnehmen zu wollen.

Kräftemessen

Zahl und Stärke seines beträchtlichen Truppenkontingents ließen durchaus einen günstigen Verlauf der Belagerung erwarten. Dummerweise hatte er aber Karls V. (*1500/°1558) Unternehmungsgeist und Spontaneität unterschätzt.

Obwohl unter Zeitdruck stehend, gelang es Karl nämlich – mit  tatkräftiger Unterstützung seines Bruders Ferdinands I. (*1503/°1564) sowie einer erklecklichen Anzahl befreundeter Länder – innerhalb kürzester Zeit ebenfalls ein schlagkräftiges Heer zusammenzustellen.

Belagerung

Zwar hatten Süleymans Kohorten zwischenzeitlich den Ring um Wien enger gezogen, Breschen in die Stadtmauern geschlagen und sich mit den vergleichsweise wenigen (militärischen) Verteidigern der Stadt das eine oder andere Scharmützel geliefert, mussten allerdings, trotz zahlenmäßiger Überlegenheit, schwere Verluste hinnehmen.

Das und das zügige Vorrücken von Karls zusammengetrommelter Streitmacht in Richtung Kriegsschauplatz, muss den Osmanen-Sultan bewogen haben, nach nur knapp drei Wochen Belagerung und noch vor Karls Eintreffen, das Feld ergebnisoffen zu räumen.

Die Eroberung Wiens durch die Osmanen war misslungen …

Nebenbei bemerkt

Süleyman I. „der Prächtige“ oder auch „der Gesetzgebende“ (trk.: „Kanuni“), stammte aus der von 1299 bis 1923 existierenden Dynastie der Osmanen, war von 1520 bis zu seinem Tod Herrscher des Osmanischen (Türkischen) Reiches und gilt als einer der berühmtesten Sultane.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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