Maximilian I. – wer war das?

Maximilian I. (*1459/°1519) gilt gewissermaßen als so etwas wie der Promoter des Aufstiegs der Habsburger Dynastie. Er war Herzog von Burgund, römisch-deutscher König, Erzherzog von Österreich und schließlich, ab 1508, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.
Zu Letzterem, zum so genannten „Erwählten Römischen Kaiser“, ließ er sich in Trient mit großem Pomp, aber auch mit dem ok des in Rom weilenden Papstes Julius II. (*1443/°1513) ausrufen.

 

Kunst, Kriege, Heiratspolitik und Verbindlichkeiten

Maximilian pflegte einen aufwendig luxuriösen Lebensstil, förderte Kunst und Wissenschaft seiner Zeit (-> Renaissance),

  • erhielt - wohl aufgrund seines ausgeprägten Sinns für die Tradition des mittelalterlichen Rittertums - den Beinamen „der letzte Ritter“,
  • führte während seiner Herrschaftszeit und trotz seines noch heute ab und an zitierten Ausspruchs: „Kriege mögen andere führen, du, glückliches Österreich, heirate…“ wenigstens zwei Dutzend militärische Auseinandersetzungen unterschiedlichen Ausgangs,
  • machte sich um eine effiziente Verwaltungsreform seines territorial immer umfangreicher werdenden Staatsgebildes verdient und
  • vergrößerte den Machtbereich zusätzlich durch „glückliche“ Erbschaften und geschickte Heiratspolitik.

Trotz aller Erfolge hatte er aber, oder gerade deswegen, fortwährend Ebbe in der herrschaftlichen Kasse. Die wiederum wurde allerdings zeitlebens von Jakob Fugger (II.), dem Reichen (*1459/°1525), sozusagen permanent  „geflutet“. 
Seine Schulden zahlte der Womanizer jedoch nie zurück.

 

Die Familie

Maximilian war zweimal verheiratet (-> Maria von Burgund - *1457/°1482; Bianca Maria Sforza - *1472/°1510) und hatte zwar nur drei eheliche Kinder mit der ersten Gattin:

  • Phillip I., der Schöne (*1478/°1506),
  • Margarete (*1480/°1530; ab 1507 Statthalterin in den Niederlanden) und
  • Franz (geb. und gest. 1481),

dennoch werden ihm mindestens dreißig (-> angeblich!?) illegitim gezeugte Sprösslinge nachgesagt.
Nun, ja! Immerhin!

 

Doppelhochzeit und das Ende

Der fromme, aber gleichwohl lebensfrohe Kaiser, der 1515 auch vor der „stellvertretenden“ Heirat mit der zwölfjährigen Anna - Tochter König Vladislav II. von Böhmen und Ungarn (*1456/°1516) - nicht zurückschreckte, verstarb im Januar 1519 in Wels/Oberösterreich.

 

Ach so! Was wurde aus Anna?

Anna heiratete ein Jahr später (-> 1516) - im Zuge der so genannten „Doppelhochzeit in Wien“ - den in Spanien geborenen Ferdinand I. (*1503/°1564).
Ferdinand war der Enkel Maximilians I. sowie der Bruder Karls V. (*1500/°1558) und - nach dessen Tod - Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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