Wie kommt Philipp II. sowohl in ein Drama, als auch in eine Oper?

Dafür ist Friedrich Schiller (*1759/°1805) verantwortlich, der sich zwischen 1783 und 1778 mit der Thematik des wohl tatsächlich schwierigen Miteinanders zwischen Philipp II. (König von Spanien; *1527/°1598) und dessen Sohn Don Carlos (*1545/°1568) auseinandergesetzt hat.

 

Friedrich Schiller

Sein daraus entstandenes Drama „Don Carlos, Infant von Spanien“, indem es im Wesentlichen um Freiheit, Freundschaft, unglückliche Liebe, Intrigen und daraus entstehende zwischenmenschliche Spannungen geht, wurde 1778 in Hamburg uraufgeführt.

 

Giuseppe Verdi

Giuseppe Verdis (*1813/°1901) erstmals 1867 in Paris auf die Bühne gebrachte Oper „Don Carlos“ basiert auf dem Libretto (-> Texten) Joseph Mérys und Camille du Locles, inhaltlich aber auf Schillers „dramatischem Gedicht in fünf Aufzügen“.
Im Anschluss an die vom Pariser Opernpublikum wenig geschätzte Aufführung wurde die Oper allerdings vom Komponisten mehrfach überarbeitet.

Die erste, und vom Publikum lediglich mit verhaltenem Beifall quittierte Fassung in fünf Akten, wurde in französischer Sprache gesungen; die später um einen Akt gekürzte Version auf Italienisch.

Egal, ob nun fünf oder vier Akte, oder eine Mischung aus beidem - diese Oper gilt nach wie vor als große Herausforderung für Inszenierung, Schauspieler, Musiker und Sänger.

 

Anmerkung

Drama und Oper erheben nicht den Anspruch historisch bis ins Detail korrekt zu sein, sondern sie unterliegen in der Darstellung geschichtlicher Abläufe und der Charakterisierung handelnder Personen - wie sollte es auch anders sein - durchaus der von Schiller und Verdi eingeforderten künstlerischen Freiheit.
Der echte, bereits mit Dreiundzwanzig verstorbene, spanische Infant (-> „Prinz“) Don Carlos wäre - historischen Erkenntnissen zur Folge - geistig und körperlich wohl kaum zu den im Drama und in der Oper beschriebenen heroischen Handlungen in der Lage gewesen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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