Worum ging es in der "Schlacht am Weißen Berg"?

Die Schlacht am Weißen Berg war eines der ersten großen Gefechte im Dreißigjährigen Krieg. Wie in der gesamten Zeit zwischen 1618 und 1648 ging es einerseits um die Konfession (Katholiken gegen Protestanten), andererseits um Macht und Territorien.

Am Weißen Berg, direkt vor Prag, standen am 8. November 1620 auf katholischer Seite die kaiserlichen Truppen (Kaiser zu der Zeit: der Habsburger Ferdinand II. in Wien), angeführt unter anderem von Karl Bonaventura Graf von Buquoy, Graf Tilly und Maximilian I. von Bayern. 39.000 Mann sollen das gewesen sein. Auf protestantischer Seite standen 13.000 Böhmen unter ihrem gerade zuvor gewählten König Friedrich V. (wobei der der Schlacht selbst fern blieb).

 

Winterkönig auf der Flucht

Friedrich war damals Kurfürst von der Pfalz. Die protestantischen Böhmen hatten zuvor den kaiserlichen Ferdinand II. als König von Böhmen abgewählt und statt seiner den Calvinisten Friedrich ins Amt gerufen (später "Winterkönig" genannt, weil er schon nach kurzer Zeit wieder aus seinem Amt vertrieben wurde). Die Schlacht am Weißen Berg war also unter dem Strich ein Konflikt der kaiserlichen Habsburger mit den aufständischen Protestanten in Böhmen.

Die Böhmen wurden trotz überlegener Stellung auf dem Bergrücken vernichtend geschlagen. Friedrich V. musste fliehen (und fand Asyl im protestantischen Teil der Niederlande).

Danach wurde Ferdinand II. wieder König von Böhmen und die Region wurde gewaltsam "re-katholisiert".

Autor: Dr. Jörg Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige