Worum ging es bei der "Schlacht an der Dessauer Brücke"?

In der Schlacht bei Dessau standen sich an einer strategisch wichtigen Elbbrücke Graf Mansfeld und Wallenstein mit ihren Truppen gegenüber. Mansfeld vertrat die protestantische Partei, Wallenstein die katholische. Wir schreiben den 25. April 1626, wir befinden uns also mitten im Dreißigjährigen Krieg.

 

Zum Hintergrund und zur Schlacht

Graf Mansfeld gehörte mit seinem 20.000 Mann starken Heer zur protestantischen und anti-habsburgischen Allianz (zu der auch Dänemark, England, Frankreich und einige deutsche Fürsten gehörten). Er wollte über die Elbe nach Südosten in Richtung Schlesien und Böhmen. Und eben das sollte Wallenstein mit seinen Truppen verhindern.

Nachdem sich die beiden Heere rund 10 Tage über die Elbe beäugt hatten, griff Mansfeld schließlich an. Und verlor. Erst wurde sein Angriff auf die Dessauer Brücke abgewehrt, dann folgte auf die zurückweichenden Mansfeld-Truppen auch noch ein Angriff aus dem Hinterhalt. Dort, also auf protestantischer Elbseite, hatte Wallenstein heimlich den Grafen Schlick mit Kürassieren positioniert. Das führte auf Seiten der Mansfeld-Soldaten endgültig zum Chaos und zur ungeordneten Flucht.

 

Verheerende Bilanz

Insgesamt kamen auf protestantischer Seite etwa 4.000 Mann ums Leben. Weitere 1.500 gerieten in Gefangenschaft. Mansfeld selbst allerdings entkam (was man auf kaiserlicher Seite Wallenstein später vorhielt, weil der die Verfolgung nach einem Tag abgebrochen hatte).

Die Schlacht bei der Dessauer Brücke gilt als Wallensteins erster bedeutender militärischer Erfolg (trotz der späteren Kritik seiner Widersacher im eigenen Lager). Und sie verlief ähnlich grausam, verheerend und menschenverachtend wie so viele Schlachten des Dreißigjährigen Krieges.

Autor: Dr. Jörg Zorn

 

 

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