Wer war der "Winterkönig"?

Als "Winterkönig" wurde Kurfürst Friedrich V. (1596 - 1632) bezeichnet, nachdem er nur rund ein Jahr König von Böhmen gewesen war. Den Namen gaben ihm die Katholiken rund um den Habsburger Kaiser, das war also nicht nett gemeint.

Friedrich, am 28. August 1596 in Neumarkt als Sohn des pfälzischen Kurfürsten Friedrich IV. geboren, wurde nach dessen Tod schon mit 14 Jahren zum Pfalzgrafen und Kurfürsten von der Pfalz. Damit gehörte er zu den wichtigsten Leuten im Heiligen Deutschen Reich. Friedrich war allerdings Protestant oder vielmehr Calvinist, während das Habsburger Kaiserreich vornehmlich katholisch geprägt war.

Genau das führte schließlich auch zum Konflikt: Als die protestantischen böhmischen Stände sich gegen die kaiserliche und katholische Vormacht auflehnten und den Habsburger Ferdinand II. als König von Böhmen absetzten, wählten sie Friedrich zu ihrem neuen König. Letztlich war das einer der wichtigsten Mitauslöser des Dreißigjährigen Kriegs.

 

Was nach der Zeit als Winterkönig geschah

Die nachfolgende Handlung in Kurzform: Die kaiserlichen Truppen griffen Prag an, die böhmischen Truppen von Friedrich V. verloren in der Schlacht am Weißen Berg und Friedrich floh in die protestantischen Niederlande. So richtig kam er danach aber nicht mehr zur Geltung.

Als 1630 der protestantische Schwedenkönig Gustav II. Adolf in Deutschland einmarschierte, gab es noch einmal ein paar Monate Hoffnung für Friedrich, und er traf auch mit dem Schweden zusammen. Der nutzte aber mehr dessen Beziehungen nach England (Friedrichs Frau war Elisabeth Stuart aus dem englischen Königsgeschlecht), ohne ihn ernsthaft wieder zum alleinverantwortlichen Fürsten machen zu wollen.

Dann starb erst der Schwedenkönig bei der Schlacht in Lützen und wenig später Friedrich V. an einer Infektion, wahrscheinlich der Pest. Seinen Titel "Winterkönig" wurde er aber auch posthum nicht mehr los.

Autor: Dr. Jörg Zorn

 

 

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