Was ging als das "Goldene Zeltlager" in die Geschichte ein?

Das Goldene Zeltlager ("Camp du Drap d'Or") bezeichnet ein Königstreffen zwischen Franz I. von Frankreich und Heinrich VIII. von England. Es fand 1520 in der Nähe von Calais statt. Übrigens auf englischem Boden, wenn auch grenznah (kleine Teile des Festlandes gehörten damals nämlich zu England).

Die Zusammenkunft sollte der Verbesserung der diplomatischen Beziehungen zwischen England und Frankreich dienen. Es wurde aber vor allem ein Treffen der Zuschaustellung von Prunk. Da sich die beiden Regenten bzw. ihre Mitstreiter offenbar nachhaltig beeindrucken wollten, wurde das "Zeltlager" mit allem nur erdenklichen Pomp ausgestattet. So entstand vor Ort unter anderem eine Art künstlicher Palast mit Innenhof und allem drum und dran. Auch die Gefolge der beiden Könige waren gigantisch. Und berühmt wurden auch die zahlreichen goldbestickten Kostüme, die man eigens für dieses Ereignis hatte anfertigen lassen.

 

Gipfel kosten 2.200 Schafen das Leben

Das Treffen dauerte einen ganzen Monat. Obwohl es diplomatisch gesehen um nichts Weltbewegendes ging, übertraf es damit andere artverwandte politische Zusammenkünfte um Längen. Ein Beispiel für die Ausmaße: Während des einen Monats wurden von Regenten und Gefolge allein 2.200 Schafe verzehrt.

Wo zu viel Eitelkeit im Spiel ist, entsteht selten Gutes. Die beiden Könige wurden trotz ihrer gemeinsamen Interessen gegen Kaiser Karl V. zeitlebens nie vertrauensvolle Verbündete und beharkten sich später noch mehrmals auch militärisch.

Autor: Dr. Jörg Zorn

 

 

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