Wer war die Mutter von Katharina von Aragon?

Das war Isabella I. von Kastilien (1451-1504), auch "Isabella die Katholische" genannt. Sie war Königin von Kastilien und León und als Gemahlin von Ferdinand II. auch noch Königin von Aragón.

Isabella hat gleich in mehrfacher Hinsicht mächtige Spuren hinterlassen. Durch ihre Heirat mit Ferdinand II. war sie eine Wegbereiterin des gesamtspanischen Reiches. Und sie war maßgeblich an der Amerika-Entdeckung von Christoph Kolumbus beteiligt, weil sie ihm nach mehrfachen Anläufen die Überfahrt erlaubte und finanzierte (dass die Reise eigentlich nach Asien gehen sollte, ist eine andere Geschichte). Und auch eine sehr düstere Erfindung geht auf ihr Konto: die Inquisition.

 

Sogar ein bisschen Liebe im Spiel

Katharina von Aragon ging dann vor allem als erste Ehefrau Heinrich VIII. (Henry VIII.) in die Geschichte ein. Die Entstehungsgeschichte dieser Hochzeit war – wie damals üblich – wenig romantisch. Katharina heiratete zunächst Arthur, Heinrichs älteren Bruder und ersten englischen Thronfolger. Als der kurz nach der Hochzeit überraschend starb und der 10jährige Heinrich zum Thronfolger wurde, brauchte es für den rasch eine gewinnbringende Vermählung – also wurde Katharina dem zweiten Tudor-Nachkommen zugedacht.

Ganz so einfach war das aber nicht: Da eine Ehe mit der Witwe des eigenen Bruders damals nicht erlaubt war und erst eine päpstliche Erlaubnis eingeholt werden musste, dann aber auch, weil die Verbindung zu Aragon während der Wartezeit an politischer Bedeutung verlor, vergingen bis zur eigentlichen Hochzeit noch rund acht Jahre. Am Ende war es dann wahrscheinlich sogar eine Heirat aus Liebe.

Autor: Dr. Jörg Zorn

 

 

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