Warum glaubte Heinrich der Achte, seine Ehe mit Katharina von Aragon sei verflucht?

Weil sie ihm keinen männlichen Thronfolger gebar. Außer der gemeinsamen Tochter Prinzessin Mary mussten Heinrich und Katharina drei Totgeburten und zwei kurz nach der Geburt verstorbene Jungs verkraften.

Der belesene Heinrich glaubte daraufhin, seine Ehe sei verflucht und fand Bestätigung im Buch Leviticus (3. Buch Mose/Leviticus 20,21). Dort nämlich heißt es, dass ein Mann, der die Witwe seines Bruders zur Frau nimmt, kinderlos bleibt. Und Katharina war ja zuvor mit Heinrichs früh verstorbenem älteren Bruder Arthur vermählt gewesen.

Ob nun wegen Leviticus oder wegen seiner Liebe zu Anna Boleyn: Am Ende ließ Heinrich die Ehe mit Katharina auflösen. Einen männlichen Thronfolger gebar ihm dann freilich erst seine übernächste Ehefrau, Johanna Seymour. Dass Prinz Eduard noch vor Erreichen der Volljährigkeit starb, erlebte Heinrich (zum Glück) nicht mehr mit.

Autor: Dr. Jörg Zorn

 

 

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