Wer war Thomas Morus?

Thomas Morus (1478 - 1535) war zunächst ein englischer Gelehrter und Verfasser humanistischer Schriften. Etwa um 1515 herum wurde der englische König Heinrich VIII. auf Morus aufmerksam und band ihn zunehmend in die Staatsdienste ein.

Im Jahr 1529 wurde Thomas Morus sogar Lordkanzler, aus heutiger Sicht etwa vergleichbar mit dem Amt des Bundeskanzlers. Als er es allerdings ablehnte, Heinrichs Wunsch nach Annullierung seiner Ehe mit Katharina von Aragon beim Papst zu unterstützen, begann die jahrzehntelange enge Bindung zwischen den beiden zu bröckeln. Im Frühjahr 1535 weigerte sich dann Thomas Morus auch, der sogenannten Suprematsakte zuzustimmen - also dem Gesetz, mit dem Heinrich der Achte sich vom Papst lossagte und alleiniges Oberhaupt der englischen Kirche wurde. Diese Weigerung kostete ihn das Leben. Am 6. Juli 1535 wurde Thomas Morus enthauptet.

 

Armenhilfe einerseits, Ketzerverbrennung andererseits

Thomas Morus war einer der gelehrtesten Staatsmänner weit und breit und zudem tief humanistisch geprägt. So nutzte er mehrmals große Teile seines Vermögens, um Armen und Bedürftigen in Hungersnöten zu helfen. Aber er war auch ein strenggläubiger Katholik und erklärter Feind von Martin Luther. So unterstützte Morus die Verfolgung (und Verbrennung) von Protestanten. Was abermals zeigt, zu welchen Taten fanatischer Glaube selbst "Gutmenschen" zu treiben vermag.

Autor: Dr. Jörg Zorn

 

 

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