Was ist unter „Puritanischer Revolution“ zu verstehen?

Die Stuarts, seit etwa 1371 eine schottische Herrscherdynastie und - nach dem Tod Königin Elisabeths I. (*1533/°1603) von England im März 1603 - mit James I. (*1566/°1625) sowie  dessen Sohn, Charles I. (*1600/°1649), in Personalunion über England und Schottland regierend, gerieten wegen ihrer absolutistisch und streng katholisch geprägten Herrschaftsausübung zunehmend in Konflikt mit den protestantisch-calvinistischen Presbyterianern in Schottland und Puritanern in England.

 

Disharmonie

Ein mehr oder weniger zuvor vorhandenes einvernehmliches Miteinander zwischen Königshaus und Parlament geriet in  Schieflage.
Die Stuart-Könige sahen sich ausschließlich nur Gott gegenüber verantwortlich, hielten das Parlament für entbehrlich und billigten ihm allenfalls eine beratende Funktion zu - und das auch nur dann, wenn sie selbst es für angebracht hielten.

 

Eskalation

Diese uneinheitliche und gegensätzliche Sicht der Dinge führte 1642 zum „Englischen Bürgerkrieg“, der auch - wegen der konsequenten und rigoros auch religiös motivierten Gegnerschaft der Puritaner - mit dem Begriff „Puritanische Revolution“ bezeichnet wird.

 

Resultat

Im Verlauf dieser hin und her wogenden so genannten „Revolution“, des Bürgerkrieges, hatte Charles I. schließlich das Nachsehen.

Nach der 1648 für ihn und die zu ihm übergelaufenen Schotten verloren gegangenen Schlacht von Preston durch das Parlamentsheer unter Oliver Cromwell (*1599/°1658), wurde Charles I., sozusagen als „persona non grata“ (-> „unerwünschte Person“), gefangen genommen, der Prozess gemacht und im Januar 1649 vor dem „Banqueting House“ des 1698 niedergebrannten Whitehall Palastes enthauptet.

Nur wenig später, Anfang Mai 1649, wurde - mit Oliver Cromwell an der Spitze - die englische Republik (-> das „Commonwealth“) ausgerufen ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige