Was führte 1628/1629 zur „Petition of Rights“ und zur Auflösung des englischen Parlaments?

Letztlich war es die absolutistische Regierungsform des englisch-schottisch-irländischen Königs Charles I. (*1600/°1649) aus der Dynastie der Stuarts, die das englische Parlament veranlasste, dem König eine Bittschrift (-> "Petition of Rights") mit der Forderung auf Wiederherstellung uneingeschränkter Staatsbürgerrechte zu überreichen.

Dazu gehörten unter anderem die Abschaffung willkürlicher Festnahmen, Inhaftierungen ohne Gerichtsverhandlung, des Standrechts und einiges andere mehr.

Das konnte Charles I. nicht gefallen.

Da ihm die so genannte „Petition of Right“ allerdings als Gegenleistung die Bewilligung erheblicher Geldsummen versprach, die er für seine kriegerischen Ambitionen gegen Spanien dringend benötigte, unterschrieb er - vermutlich zähneknirschend - dieses Gesuch, hielt sich aber nicht daran.

Vielmehr erhob er weiterhin - und unbeeindruckt von den Einwänden des Parlaments - Steuern, wie es ihm gerade gefiel.
Wer sich dem widersetzte, wurde kurzerhand eingesperrt.

Jetzt suchte das Parlament einen anderen Weg zu finden, um Charles I. beizukommen.
Mit Oliver Cromwell (*1599/°1658) an vorderster Front, wurde gegen die lasche Gesetzesanwendung gegenüber den so genannten Papisten (-> Anhängern des Papsttums) sowie gegen die ohne Absegnung durch das Parlament vom König erhobenen Steuern mobil gemacht.
Das Unterhaus, in seltener Einigkeit über Parteigrenzen hinweg verbunden, nahm - im Frühjahr 1629 - einen entsprechenden Beschluss einvernehmlich als verbindlich an.

Aber, dumm gelaufen!
Charles I. verwies auf seine nur Gott gegenüber zu rechtfertigende Verantwortung, löste das Parlament auf und regierte das Land in den folgenden elf Jahren, bis 1640, selbstherrlich in Personalunion ...

Autor: Manfred Zorn
Quelle: Das Gewissen und die Macht (Peter de Mendelssohn / Prestel Verlag)

 

 

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