Wer war Amerigo Vespucci (2.) – ein Seefahrer?

Nach dem „Aus“ des Handelshauses Beraldi, der spanischen Dependance des Bankers Lorenzo Piero di Medici 1495, war – so ist anzunehmen – der fleißige Buchhalter wahrscheinlich in pekuniären Schwierigkeiten. Über die darauf folgenden gut vier Jahre gibt es keine gesicherten Kenntnisse.

Seemann

Fakt allerdings scheint zu sein, dass Amerigo Vespucci sich 1499 einer Expedition zu den – vor einigen Jahren (1492) von Christoph Kolumbus entdeckten – „West-Indischen-Inseln“ anschloss. In welcher Position der inzwischen fast Fünfzigjährige mit an Bord war, bleibt weitestgehend unklar.

Die einen vermitteln den Eindruck, Vespucci sei als führender Kopf dabei gewesen, andere meinen, er sei lediglich in der Funktion des Schiffsausrüsters mitgenommen worden – geleitet hat er jedenfalls keine seiner zweifelsfrei durchgeführten zwei?drei?vier? Seereisen.

Kartograph

Relativ sicher kann dagegen unterstellt werden, dass sich der intelligente Autodidakt das notwendige Rüstzeug – die Bedienung astronomischer Instrumente („Astrolabium“), das Kartenzeichnen und andere seemännische Voraussetzungen – nach dem Motto: „Learning by doing“ beigebracht hat.

Und zwar wohl derart überzeugend, dass er vom portugisischen König, Manuel I. dem Glücklichen (*1469/°1521), auf den nächsten beiden Reisen (1501/1502 und 1503/1504) zum Kartographen bestellt wurde.

Im Jahr 1508 wurde Amerigo Vespucci die Leitung der „Casa de Contratación“ übertragen, einer Einrichtung, die die Beobachtungen und folgenden Entdeckungen der zur See fahrenden Zunft kartographisch festhalten sollte.

Ein Job, der ihn und seine einige Jahre zuvor geheiratete Gattin zwar nicht reich machte, den er aber bis zu seinem Tod im Jahre 1512 in Sevilla ausübte.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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