Wie kam es zum ersten großen Massaker an den Inka?

Weil der Inka-König Atahualpa nichts mit der Bibel anfangen konnte.

 

Krise, Husarenstück und vergebliche Liebesmüh´

Angefangen hatte diese Episode im Zuge der Eroberung Perus möglicherweise mit der "Midlife Krise" Francisco Pizarros. Mittlerweile dreiundfünfzig Jahre alt, schien Francisco nämlich die Zeit für sein Husarenstück kommen gesehen zu haben.
Mit drei Schiffen, gut drei Dutzend Pferden und knapp zweihundert Mann machte er sich 1531 von Panama aus auf den Weg in Richtung Peru, gründete 1532 die erste spanische Stadt – Piura – im Norden des Landes, erreichte im November d. J. die Inka-Stadt Cajamarca und trat mit dem Herrscher des Inka-Imperiums, Atahualpa (*um 1500/°1533), in Verhandlung. Der empfand allerdings keinerlei Neigung, sich und sein Volk den Spaniern zu unterwerfen. Und mal eben den christlich-katholischen Glauben anzunehmen, missfiel dem stolzen Atahualpa erst recht.

 

Ein Pater, die Bibel und ein verständnisloser Inka

Das wiederum stieß bei Francisco Pizarro auf Unverständnis. Ohnehin kein Freund langen Techtelmechtels, wartete er nur auf die passende Gelegenheit, die ihm ein militärisches Eingreifen möglich machen würden. Als der Dominikanerpater Vincente Valverde dem Inkakönig eine Bibel in die Hand drückte und behauptete, darin könne er die Worte Gottes hören, hielt sich der von seinem Volk selber als Gott verehrte Atahualpa tatsächlich die Heilige Schrift ans Ohr. Selbstverständlich hörte er nichts. Wie auch? Atahualpa muss das berechtigterweise für einen schlechten Scherz gehalten haben. Irritiert und ratlos, warf er die Bibel einfach fort – was die Spanier zum Vorwand nahmen, im wahrsten Sinne Knall auf Fall das Feuer auf die Inka zu eröffnen, ein Gemetzel anzurichten, den bedauernswerten Atahualpa gefangen zu nehmen und schließlich, nach einer Farce von Prozess, hinrichten zu lassen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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