Wer war James Cook?

James Cook (*1728/°1779) war ein englischer Seefahrer, Weltumsegler und Entdecker. Seine drei Weltumsegelungen in den Jahren 1768 bis 1779 führten ihn unter anderem nach Neuseeland, Australien, in die Antarktis sowie zur Inselgruppe von Hawaii im Pazifischen Ozean.

Herkunft und Ausbildung

Geboren wurde Cook in Marton, einer kleinen Stadt in der Grafschaft Yorkshire im Nordosten Englands. Die häuslichen Verhältnisse waren misslich, unerfreulich und vertrackt. Schlicht gesagt – sie waren ärmlich. Obwohl James die Schulbank nur vier Jahre gedrückt haben soll, brachte er sich sein Wissen und seine Bildung autodidaktisch bei, begann mit Siebzehn eine – heute würde man sagen – kaufmännische Lehre, heuerte aber schon bald als Matrose auf einem Kohlentransporter an und wechselte schließlich 1755, mit Siebenundzwanzig, zur Royal Navi.

Dort arbeitete Cook sich hoch, fertigte auf Basis seiner – sozusagen im „Abendstudium“ sich selbst beigebrachten – nautischen, mathematischen und kartographischen Kenntnisse (Land-)Karten der von ihm „bereisten“ Küsten an, und machte so die Admiralität auf sich aufmerksam.

Dann, endlich, wird ihm ein Kommando übertragen.

Forschungsreisen im Zuge der Aufklärung

Cook sollte über Kap Hoorn nach Tahiti segeln und wurde dabei – da im beginnenden „Zeitalter der Aufklärung“ nicht ausschließlich nur mehr territoriale Inbesitznahmen in der Optik waren, sondern nun im Wesentlichen wissenschaftliche Beobachtungen fremder und bis dahin unbekannter Gegenden im Vordergrund standen – sowohl auf dieser Fahrt (1768-1771), als auch auf seinen beiden später noch folgenden Exkursionen (1772-1775 & 1776-1779) von Botanikern, Astronomen, Landschaftsmalern und Naturforschern begleitet.

1. Reise

Die erste Tour führte also um Kap Hoorn/Südamerika nach Tahiti im Südpazifik, wo dem mitreisenden Astronomen Charles Green zwar die Beobachtung des an der Sonne vorbeiziehenden Planeten Venus („Venustransit“) gelang, James Cook allerdings den seinerzeit von der Wissenschaft vermuteten „unbekannten Südkontinent“ („terra australis incognita“) nicht fand, nicht finden konnte, weil die erstmals um 150 n. Chr. vom griechischen Allrounder Claudius Ptolemäus beschriebene Landmasse zwischen Indischem Ozean und Afrika bis heute Fiktion blieb. Aber, wenn Cook auf dieser Reise also nicht „Terra Australis“ entdeckte, so geht doch immerhin die Enddeckung Neuseelands und Australiens auf ihn zurück. Auch nicht schlecht.

2. Reise

Auf seiner zweiten Forschungsexkursion von 1772 bis 1775 überquerte James Cook als erster Seefahrer den südlichen Polarkreis, entdeckte – wie nebenbei – die heute zu Frankreich gehörende Inselgruppe Neukaledonien, die politisch Australien angegliederte Norfolkinsel im Südpazifik und inspizierte die Osterinseln, die Marquesas und den Insel- und Königsstaat Tonga, der von James Cook wegen der vordergründig freundlichen Menschen als "Freundschaftsinseln" bezeichnet wurden.

3. Reise

Inzwischen – aufgrund seiner Verdienste (unter anderem) wegen seiner erfolgreichen Bekämpfung der Skorbut mit Sauerkraut und Zitronensaft – zum Mitglied der Royal Geographical Society erhoben, machte sich Cook 1776 erneut auf Entdeckertour.

Auf dieser dritten Expedition ging es mit der Crew und zwei Schiffen zuerst um das Kap der Guten Hoffnung wieder nach Tahiti, dann – um die bereits vermutete, aber erst gute einhundert Jahre später von Roald Amundsen (*1872/°1928) befahrene Nordwest-Passage zwischen Atlantik und Pazifik ausfindig zu machen – weiter über die Beringstraße in die Arktis.

Zwar entdeckte Cook auf dem Weg dorthin, also in die Arktis, Hawaii, musste aber den Trip unverrichteter Dinge beenden, da Packeis eine Weiterfahrt durchs Nordpolarmeer unmöglich werden ließ. Also zurück. Nach Hawaii. Die Nordwest-Passage sollte bis zum kommenden Sommer warten.

Das bittere Ende

Angekommen auf Hawaii, begegneten die Einheimischen den Engländern zu Beginn durchaus freundlich. Irgendwann, möglicherweise aus kulturellem Unterschied, begannen die Ur-Hawaiianer – unbeleckt vom 7. Gebot: Du sollst nicht stehlen – genau das zu tun. Es kam zu unschönen Tätlichkeiten, die schließlich in einem Gemetzel und der Ermordung James Cooks, der durch seine Entdeckungen die damalige Welt so außerordentlich verändert hat, brutal endeten.

Übrigens

Die hawaiianische Inselkette wurde von James Cook nach John Montagu, dem 4. Earl of Sandwich (*1718/°1792), „Sandwich-Inseln“ genannt. Bekannt ist der Earl heute immer noch, weil belegte Brote auch unter dem Begriff "Sandwiches" geläufig sind.

Autor: Manfred Zorn
Quellen: „Große Entdecker“ (Hans-Joachim Löwer, Alexandra Schlüter / Piper Verlag 2011), „Das Europäische Geschichtsbuch“ (Hrsg.: Frédéric Delouche / Klett-Cotta), „England“ (H. E. Conrad/ Prestel-Verlag)

 

 

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