Wer war Lapu-Lapu? Und warum gilt er in seiner Heimat als Volksheld?

Lapu-Lapu (etwa 1484-1564) war ein Stammeshäuptling auf der philippinischen Insel Mactan. Als dort 1521 mit Magellan und seiner Mannschaft die ersten Europäer auftauchten, widersetzte sich Lapu-Lapu im Gegensatz zu vielen anderen Inselfürsten der Unterwerfung und Christianisierung.

 

Lapu-Lapu gegen Magellan

Daraufhin versuchte Magellan mit einer kleinen Gruppe bewaffneter Männer, die Insel gewaltsam in Besitz zu nehmen. Das misslang – wohl auch, weil Magellan die Eingeborenen unterschätzte. Der Angriff auf Mactan mit einer zahlenmäßig viel zu kleinen Truppe (die Mehrzahl der Männer war auf der freundlich gesonnenen Nachbarinsel geblieben) wurde zurückgeschlagen und Magellan kam bei dem Kampf ums Leben.

Was für Ferdinand Magellan gleich doppelt tragisch war (der Triumph der Weltumsegelung war mit dem Erreichen der Philipppinen so gut wie sicher und das Scharmützel mit Lapu-Lapu war unnötig wie ein Kropf), war für die "Dritte Welt" der erste erfolgreiche Befreiungskampf gegen die Eroberung und Inbesitzname durch die Europäer. Vor allem deshalb wurde Lapu-Lapu im Nachhinein noch so berühmt. Er gilt auf den Philippinen heute als der erste historische Nationalheld.

Autor: Dr. Jörg Zorn

 

 

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