Wie kam Magellan ums Leben?

Ferdinand Magellan starb am 27. April 1521 bei einem Gefecht auf der philippinischen Insel Mactan. Sein Tod war dabei in jeder Hinsicht unnötig und tragisch.

Erst kurz zuvor hatten Magellan und seine Mannschaft nach monatelanger Pazifik-Überquerung das erste Festland in Asien erreicht – angesichts des komplett ausgegangenen Proviants praktisch als Todgeweihte. Damit war nicht nur das Überleben gerettet, sondern auch die erste Weltumsegelung so gut wie vollendet. Der Seeweg über den unbekannten Pazifik nach Asien war geglückt.

 

Lapu-Lapu spielte nicht mit

Und auch die ersten Kontakte zu den Eingeborenen auf den Philippinen verliefen friedlich und für die Europäer erfreulich. Die Inselbevölkerung ließ sich sogar zu einer raschen Anerkennung des Christentums überreden.

Einer allerdings nicht. Der Inselhäuptling von Mactan, Lapu-Lapu, war nicht bereit, die Spanier und ihren Glauben als neue Macht anzuerkennen. Im Gefühl der Überlegenheit setzte Magellan daraufhin mit einer nur kleinen Gruppe über nach Mactan, um die Dinge gewaltsam zu regeln. Doch trotz ihrer Feuerwaffen wurden die Europäer von Lapu-Lapu und seinen Insulanern schon an der Küste zurückgedrängt.

 

Magellans Tod

Magellan soll bis zuletzt gekämpft haben, um den Rückzug seiner Leute zu ermöglichen - und kam dabei ums Leben. Er wurde den Aufzeichnungen eines Beobachters zufolge erst von einem vergifteten Pfeil am Oberschenkel getroffen, kurz darauf von zwei Lanzenstößen so schwer verletzt, dass er zu Boden ging. Seine Leiche konnte nie geborgen werden, weil der Rest der Mannschaft schon auf der Flucht war.

Wenn man den Berichten von Magellans Chronisten, dem Italiener Pigafetta, folgt, erscheint dieser Tod natürlich extrem tragisch. Andererseits waren es die Europäer, die angriffen, nicht die Insulaner. Es war eine der ersten erfolgreichen Abwehrschlachten von Ureinwohnern gegen die europäischen Kolonialisten. Lapu-Lapu gilt deshalb heute auf den Philippinen als historischer Nationalheld.

Autor: Dr. Jörg Zorn