Wer war Francesco Petrarca – und welchen Bezug hat er zur Renaissance?

Petrarca, dessen Vater aus politischen Gründen (welchen auch immer?) aus Florenz verbannt war, wurde in Arezzo/Toskana geboren, wuchs sowohl in Pisa/Toskana, als auch in Avignon/Provence (Südfrankreich) auf, studierte Rechtswissenschaften, erhielt die Priesterweihe, verfolgte aber letztlich den Gedanken an ein philosophisch-literarisches Wirken.

 

Eine Entdeckung wird zum Hobby

Geradezu mit Hummeln im Hintern ausgestattet, wechselte er rastlos seinen Wohnsitz und war – mit wenigen Ausnahmen – so gut wie ständig auf Achse.
Mit der Entdeckung bis dahin unbekannter Schriften des römischen Politikers, Anwalts, Philosophen und begnadeten Redners Marcus Tullius Cicero (*106/°43 v. Chr.) in Verona, wurden die griechisch-römische Literatur sowie die Kunst und Philosophie des klassischen Altertums zu seiner Passion.
Mit seinen eigenen Veröffentlichungen (-> z.B.: „Africa“, „De viris illustribus/Von berühmten Männern“ oder „De contemptu mundi/Gespräche über die Weltverachtung“) trug er dazu bei, den klassischen Schriften zu einiger Popularität zu verhelfen.

 

Neues Denken und entsagende Liebe

Die wesentliche Bedeutung Petrarcas im Hinblick auf die Gedankenwelt des sich abzeichnenden Wechsels vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit, der Epoche der Renaissance (-> „Wiedergeburt“), lag aber – unter mehreren anderen – in seiner Dokumentation „Epistolae familiares“ (-> sinngemäß: „Briefe an verschiedene Personen“), die, im Gegensatz zum Mittelalter, den Sinneseindruck des Individuums – zum Beispiel der Natur – herausarbeitet und erkennen lässt. Darüber nicht zu vergessen sind aber auch seine zahlreichen lyrischen Sonetten, Balladen, Madrigale und anderes (-> den s. g. „Canzoniere“), die seine platonische Liebe zu einer gewissen Laura darstellen.

 

Ein Lorbeerkranz, ein Alterssitz, Diplomatie und das Ende

Durch sein unermüdliches Schaffen gelangte Petrarca nicht nur zu Ruhm und Ansehen, sondern wurde 1341 sogar mit dem Titel „Poeta Laureatus“ (-> „lorbeergekrönter Dichter“) geehrt.
Francesco da Carrara, italienischer Adeliger und so etwas wie der Bürgermeister von Padua, konnte Petrarca schließlich überreden, sich in der Stadt, später im Dorf Arquá in der Region Venezien/Italien, niederzulassen.
Auf Umwegen über Mailand, Prag, Padua und Venedig (im Dienste der Diplomatie) wieder zurückgekehrt in sein Haus in Arquá, verstarb Petrarca, der „Geburtshelfer“ der heutigen italienischen Sprache, im Juli 1374 – ein Jahr vor dem Tod seines engen Freundes Boccaccio.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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