Wer war Dante Alighieri – und was hat er mit der Renaissance zu tun?

Gemeinsam mit Giotto, Petrarca und Boccaccio, gilt auch Dante Alighieri (*1265/°1321) in der Geschichtsschreibung als „Trendsetter“ des sich im ausgehenden Mittelalter (-> etwa ab Beginn des 14. Jahrhunderts) entwickelnden Humanismus. Eines Denkmusters, das die Rückkehr zur Kultur des klassischen Altertums (-> Griechen, Römer) forderte und – damit einhergehend – die Persönlichkeit des gebildeten, aufgeklärten und unabhängigen Einzelnen, des Individuums, in den Mittelpunkt stellte.

 

Ein episches Gedicht in dreiversiger Strophenform

In diesem Kontext wird auch Dante Alighieris zwischen 1307 und 1320 in italienischer Sprache (statt in Latein) geschriebene „Göttliche Komödie“ (-> „Divina Commedia“) gesehen. Denn die satirisch angelegte Dichtung über Gut und Böse, Himmel und Hölle, Fegefeuer, jämmerliche und ehrlose Päpste sowie schurkische und korrupte Politiker wird wissenschaftlich als Übergang vom mittelalterlichen Denken zum Weltbild der ihren Schatten voraus werfenden Renaissance interpretiert.

 

Mutmaßungen

Über Dantes Kindheit und Jugend ist nicht viel bekannt. Auch darüber, wo Dante – Sohn verarmter Adeliger aus Florenz, Dichter und Philosoph – sein außerordentliches Bildungsniveau erworben hat, gibt es lediglich vage Vermutungen.

 

Politische Verstrickung

Verbrieft indessen scheint zu sein, dass Dante etwa um 1295 in den Rat seiner von den Ghibellinen (-> den Kaisertreuen) regierten Stadt gewählt, aber einige Jahre später, 1302, von der oppositionellen Partei der Guelfen (-> den Papsttreuen) zum Tode verurteilt wurde.

 

Verbannung

Der Vollstreckung des Urteils konnte Dante entgehen, dem Exil nicht.
Fortan lebte er neunzehn Jahre lang sowohl in Verona als auch in Lucca/Toskana, schrieb über Politik, Philosophie und Liebe und verstarb 1321 – politisch verbittert und sozusagen heimatlos in Ravenna (-> Emilia-Romagna/Italien), wahrscheinlich an Malaria.

 

Übrigens

Dantes lebenslange, aber ausschließlich literarisch verklärte und mystifizierte Beziehung zu einer gewissen Beatrice bildet den roten Faden, an dem sich der Symbolforscher aus Harvard, Robert Langdon, in Dan Browns „Inferno“ über 682 Seiten abarbeitet …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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