Wer war Cosimo de´ Medici, der Ältere ("il Vecchio")?

Von den die Stadt Florenz regierenden Adeligen 1433 wegen seiner Verweigerung gegenüber einer Territorialerweiterung mittels Krieg in eine ursprünglich zehnjährige Verbannung geschickt, wurde Cosimo de Medici, der Ältere (-> „Il Vecchio“-*1389/°1464), schon ein Jahr später – durch die Vermittlung Papst Eugens IV. (*1383/°1447) – von eben diesen Leuten wieder zurückgeholt.
Cosimo schien den Florentinern am besten geeignet, den Hader und Unfrieden innerhalb der städtischen Parteienlandschaft wieder in die Spur zu bringen.

 

Führungsstil

Obwohl Cosimo lediglich drei Mal für je zwei Monate (so lange dauerte zu der Zeit eine Amtsperiode) ein öffentliches Mandat in der „Signoria“ (-> „Regierung“) innehatte, führte er die Republik Florenz doch über gut dreißig Jahre. Und zwar besonnen und ohne großes Brimbamborium um seine Person. Sozusagen als anerkannte und allseits respektierte „graue Eminenz“, der die Verfassung der Stadt zwar aufrecht erhielt, aber letztlich die ihm wichtigen und Erfolg versprechenden Fäden nicht aus der Hand gab.

 

Politikstil

Von Zeitgenossen und Chronisten einerseits als bescheiden und zurückhaltend beschrieben, schien Cosimo andererseits durchaus zu wissen, wo „Bartels den Most“ holt. Weniger an kriegerischen Auseinandersetzungen interessiert, setzte er dagegen mehr auf politische Verständigung und damit einhergehende Sicherheit der Stadt gegen mögliche Bedrohung von außen. Das tat der lokalpatriotisch angehauchte Cosimo allerdings nicht ganz uneigennützig. Diese Haltung sicherte in seinem Sinne auch gleichzeitig seine Geschäfte. Und die liefen super.

 

Expansion und Wachstum

Das Bankhaus expandierte. Niederlassungen in Genf, Basel, Ancona, Brügge, London, Venedig, Avignon und Pisa sowie der erfolgreiche Einstieg in die Zunft der Tuchweber beflügelten nicht nur seinen wachsenden, um nicht zu sagen unermesslichen Reichtum, sondern ließen auch Florenz zu einer der bedeutendsten Städte der Zeit werden.

 

Geschäftssinn

Cosimo, der mit seinen Darlehen an jedermann sowohl die so genannten „kleinen Leute“, als auch die Großkopferten – zu denen als bester Kunde eindeutig der Heilige Stuhl in Rom gehörte – zu abhängigen Kreditnehmern machte, baute sich, passend auch zur Sicherung seiner eigenen Machtstellung, ein weit reichendes Beziehungsgeflecht auf.
Gleichwohl gehörte Cosimo de´ Medici, der Ältere, zu den wichtigsten, großzügigsten und die Epoche der Renaissance prägenden Kunst-, Wissenschafts- und Architekturmäzenen.

 

Kunstliebhaber und Sponsor

Er stiftete Klöster, Kirchen und Bibliotheken, verkehrte unter anderen mit Filippo Brunelleschi (*1377/°1446), Michelozzo di Bartolomeo (*1396/°1472), Donatello (*1386/°1466) sowie Sandro Botticelli (*1445/°1510) und war Initiator zahlreicher Paläste, Malereien und Skulpturen.
Langer Rede, kurzer Sinn:
Cosimo de´ Medici begründete den Reichtum, die politische Stabilität und die Schönheit seiner Stadt Florenz, und gilt als großer Förderer der Kunst.

 

PS

Cosimo de´ Medici war verheiratet mit Contessina de Bardi, Tochter einer privilegierten florentinischen Familie und hatte die (ehelichen) Söhne Piero (*1416/°1496) und Giovanni (*1421/°1463). Als der Vater 1464 mit sechsundsiebzig Jahren an den Begleiterscheinungen der Gicht verstarb, übernahm der an der gleichen Krankheit leidende Piero de´ Medici die Nachfolge.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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