Wer waren die bedeutendsten Vertreter der Medici?

Im so genannten Zeitalter der Renaissance (-> „Wiedergeburt“), einer historischen Epoche, die ihren Anfang etwa zur Mitte des 14. Jahrhunderts in Florenz/Italien nahm und bis weit ins 16. Jahrhundert reichte, gehörten eine Reihe toskanischer und/oder florentinischer Adelsfamilien – unter  anderen die Pazzi, Peruzzi, Pitti und Strozzi – zu den mächtigen, Wirtschaft, Politik und Kultur beherrschenden, sich untereinander zum Teil auch um Macht und Einfluss bekämpfenden und, man kann es wohl so sagen - zur teils durchaus auch mafiös strukturierten Hautevolee der Stadt.

Den Vogel im Wettbewerb um den ultimativen Herrschaftsanspruch schoss allerdings der Clan der Medici ab.

Als die wichtigsten Protagonisten dieser im 15. und 16. Jahrhundert über alle Maßen in Politik, Wirtschaft und Kultur erfolgreich agierenden Dynastie gelten:

  • Giovanni di Bicci de´ Medici (*1360/°1429), mit dessen erfolgreichen Geldgeschäften und der Gründung der „Banco Medici“ alles begonnen hat,
  • Cosimo de´ Medici, der Ältere ("il Vecchio" - *1389/°1464), der es zum reichsten Mann Italiens brachte und den Architekten Filippo Brunelleschi vergrätzte, weil er dessen wunderbaren Entwurf seines geplanten neuen Hauses ablehnte – nicht, weil das aufwendige Modell ihm nicht gefallen hätte, sondern weil er mit dem Prunkbau nicht den Neid der Mitbürger heraufbeschwören wollte,
  • Lorenzo I. de´ Medici, der Prächtige („il Magnifico“ - *1449/°1492), Förderer der schönen Künste, der unter anderen mit Botticelli und Michelangelo verkehrte, aber politisch umstritten war,
  • Cosimo I. de´ Medici (*1519/°1574), der 1559 den Bau der Uffizien in Auftrag gegeben hat und 1570 von Papst Pius V. in Rom zum Großherzog der Toskana gekrönt wurde und damit den Medici-Clan zu einer der wichtigsten Familien Europas katapultierte,
  • Katharina de´ Medici (*1519/°1589), die – verheiratet mit Heinrich II. von Frankreich (*1519/°1559) – traurige Berühmtheit mit der von ihr 1572 gebilligten Bartholomäusnacht (-> der Ermordung tausender Hugenotten -> französiche Protestanten) erlangte und
  • Gian Gastone de´ Medici (*1671/°1737), dem letzten als Großherzog der Toskana fungierenden Spross aus dem Hause Medici, nach dessen Tod 1737 es endgültig „aus die Maus“ mit der Geschlechterfolge war – der Mann hinterließ keine Nachkommen. Das Großherzogtum Toskana fiel sang und klanglos an die Habsburger.

 

PS

Uffizien/Florenz -> ein ursprünglich als Amtgebäude nach dem Motto: Alle Ministerien und Ämter unter einem Dach (-> „Uffici“ -> „Büros“) gedachtes Gebäude, das aber bereits kurz nach endgültiger Fertigstellung (-> 1581) von Cosimos I. Sohn, Francesco (*1541/°1587), mit dessen Gründung der „Galleria degli Uffizi“ zum Museum umgestaltet wurde.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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