Wann und warum ging es mit der Medici-Dynastie zu Ende?

Glanz und Glorie, Macht, Ansehen, eine stattliche Reihe amouröser Bettgeschichten, aber auch Missgunst und Intrigen bis hin zu mysteriösen – und bis heute nicht eindeutig geklärten – Todes(Mord?)-fällen bestimmten den Alltag dieser Familie. Gleichwohl gehörten die Medici zu den wichtigsten und die Epoche der Renaissance prägenden Kunst-, Wissenschafts- und Architekturmäzenen.

 

Großherzogtum und Damoklesschwert

Aber so, wie Imperien von der geschichtlichen Bildfläche immer mal wieder verschwanden/verschwinden, zeichnete sich gegen Ende des 16. Jahrhunderts auch für das „Großunternehmen“ der Medici der Niedergang ab.
Denn obwohl Cosimo I. de´ Medici (*1519/°1574) 1569 von Papst Pius V. (*1504/°1572) den Titel „Großherzog der Toskana“ verliehen bekam, führte das zwar zum Aufstieg der Medici zu einer der führenden europäischen Dynastien, konnte aber den peu a peu beginnenden Abstieg letztlich nicht aufhalten.
Das Risiko möglicher Zahlungsunfähigkeit der Kunden hing als ständiges Damoklesschwert über den Geschäften.

 

Unruhige Zeiten

Im Laufe der immerhin noch weiteren gut einhundertsechzig Jahre bis zum letzten Platzhalter der Familie – Gian Gastone de´ Medici (*1671/°1737) – verspielten die Nachfolgegenerationen zunehmend ihren Führungsanspruch.
Außenpolitische Einflüsse, wie zum Beispiel die

  • latente "Türkengefahr", das umtriebige Wirken der Osmanen in Italien im 15/16. Jahrhundert,
  • das durch die so genannte „Erbfeindschaft“ des Habsburgers Karl V. (*1500/°1558) und des französischen Königs Franz I. (*1494/°1547) verursachte Chaos im Norden Italiens mit verhängnisvollen Auswirkungen auch auf Florenz,
  • heftige Auseinandersetzungen mit der einen oder anderen, den Medici nicht gewogenen, florentinischen Familie sowie – aus all dem resultierend –
  • risikoreiche Geldtransaktionen,

ließen die Geschäfte schlechter laufen.
Sozusagen schleichend scheint sich die Familie aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen und sich mehr und mehr privaten Beschäftigungen gewidmet zu haben.

 

Schluss, aus, fertig

Mit dem Tod des letzten als Großherzog der Toskana fungierenden Sprosses aus dem Hause Medici – des weiter oben genannten Gian Gastone – war es endgültig zu Ende mit der Geschlechterfolge. Der Mann hinterließ keine Nachkommen. Sang und klanglos fiel das Großherzogtum Toskana an die Habsburger.

Autor: Manfred Zorn

 

 

Verwandte Beiträge

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige