Wer war Katharina/Catherina de’ Medici?

Katharina/Catherina de’ Medici (*1519/°1589) stammte aus dem weit verzweigten Clan der Medici, einer der betuchtesten und einflussreichsten Familien im Florenz (und darüber hinaus) der Renaissance.
Beide Eltern, Lorenzo II. de’ Medici (*1492/°1519) und dessen Ehefrau aus dem französischen Adelsgeschlecht der Bourbonen, verstarben kurz nach Katharinas Geburt.

 

Zwei Päpste, eine Tante und drei Klöster

Fortan stand Katharina unter der Vormundschaft zweier ebenfalls aus der Medici-Seilschaft stammenden Verwandten:

  • Giovanni de’ Medici als Papst Leo X. (*1475/°1521) und
  • Giulio de’ Medici (*1478/°1534), der – nach einem zweijährigen Intermezzo Papst Hadrians VI. (*1459/°1523) – im November 1523 als Clemens VII. ebenfalls zum Papst gewählt wurde.

Bis etwa zu ihrem zehnten/elften Lebensjahr erfuhr die bereits von Papst Leo X. zur Herzogin von Urbino (-> Region Marken/Italien) ernannte Katharina ihre letztlich sehr gute Kinderstube unter der Betreuung einer Tante sowie in den Klostergemeinschaften Santa Lucia, Santa Caterina da Siena und Santa Maria Annunziata delle Murate.
Während dieser Zeit, genauer zwischen den Jahren 1526/1527 bis 1529/1530, hatten die Medici ihre zweite Vertreibung aus Florenz zu schultern.

 

Zwei Könige, ein Papst, eine Hochzeit, eine Mätresse und zehn Kinder

Eine Zeit, die auch für die junge Katharina zu Irritationen führte, wurde ihr doch im allgemeinen Wirrwarr der Auseinandersetzungen zwischen dem

  • römisch-deutschen König Karl V. (*1500/°1558) aus dem Hause Habsburg,
  • König Franz I. von Frankreich (*1494/°1547) und
  • Papst Clemens VII. (*1478/°1534)

mit Ermordung gedroht.

Gut, dieser Kelch ging an ihr vorüber.
Stattdessen wurde die inzwischen Vierzehnjährige 1533 vom pfiffigen Papst Clemens – sozusagen aus heirats- und machtpolitischen Gründen – mit dem fast gleichaltrigen Heinrich II. von Frankreich (*1519/°1559) verehelicht.
Als dessen Vater Franz I. (*1494) 1547 verstarb, wurde Heinrich König und Katharina Königin von Frankreich.
Und obwohl die Ehe nicht wirklich gut lief und trotz Heinrichs langjähriger und in allen Belangen intensiven Beziehung zu der zwanzig Jahre älteren Diane de Poitiers (*um 1500/°1566), bekommen beide – Donnerwetter! – zehn Kinder.

 

Drei Könige, ein Massenmord und eine "Graue Eminenz"

Nach Heinrichs Tod 1559 zog Katharina – auch während der Regentschaft ihrer Söhne

  • Franz’ II. zwischen 1559 bis 1560,
  • Karls IX. von 1560 bis 1574 und
  • Heinrichs III. ab 1574 bis 1589 –

hinter den Kulissen kräftig und einflussreich an den politischen Fäden.

In der historischen Betrachtung gilt Katherina/Catherina de’ Medici wegen ihrer Billigung an dem ungeheuerlichen Massenmord (-> Bartholomäusnacht/Pariser Bluthochzeit) – man spricht, je nach Quelle, von 1000, 2000 oder sogar von 3000 Gemetzelten in Paris und mehreren Tausenden im Land – an den protestantischen Hugenotten im August 1572 als berühmt-berüchtigt.
Wie auch immer!
Der Bürgerkrieg in Frankreich ging nach der Bartholomäusnacht unverdrossen weiter.

Trotzdem soll sich Katharina de’ Medici in der Folge als so genannte „Graue Eminenz“ um ein friedliches Miteinander der konfessionellen Parteien sowie um einen neuerlichen Schulterschluss mit Spanien bemüht haben.

 

Letzte (Un)ruhe

Sie verstarb im Januar 1589 im Schloss von Blois an der Loire und fand ihre (vorerst) letzte Ruhestätte in der Kathedrale/Basilika Saint-Denis nahe Paris.
Während der Französischen Revolution (1789 bis etwa 1799) wurde das Grab allerdings von marodierenden Banausen rücksichtslos zerstört.
Heute befinden sich die – ihr nicht selbst exakt zuzuordnenden – sterblichen Überreste in einem so genannten Beinhaus der besagten Kathedrale.

 

Übrigens

Sitzt man in entspannter Runde in einem französischen Restaurant, gibt es in der Regel immer jemanden der augenzwinkernd darauf hinweist, dass die nun gleich zu erwartenden gastronomischen Köstlichkeiten ihren Ursprung in Italien haben.
Angeblich soll nämlich Katharina de’ Medici dafür verantwortlich sein, die – anlässlich ihres Wechsels von Italien nach Frankreich – die heimischen Tischsitten, die in weiten Kreisen bis dahin unbekannte Gabel und die italienische Kochkunst, inklusive entsprechender Rezepte/Gerichte, ins Land gebracht haben.
Ob`s stimmt?
Sei´s drum! Eine nette Geschichte bleibt es allemal …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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