Was bedeuten eigentlich die Begriffe „Fugger vom Reh“ und „Fugger von der Lilie“?

Wappen! Das sind Wappen, die den beiden Familienzweigen der Fugger von Kaiser Friedrich III. (*1415/°1493) aus dem Hause der Habsburger verliehen wurden.
Warum?
Wegen ihrer Loyalität zu den Habsburgern, die in geschäftlicher Beziehung allerdings durchaus eine win-win-Situation für beide Seiten darstellte.

 

Warum gab es zwei Familienzweige?

Die Familie der Fugger geht zurück auf einen gewissen Johann/Hans Fugger, der um 1367 in Augsburg eine Tuchmacherei gründete.

Nach seinem Tod übernahmen die Söhne das Geschäft, das im Besonderen von Andreas (*um 1400 plus-minus/°1457) und Jakob d. Ä. (*1398/°1469) überaus erfolgreich weitergeführt wurde.

Etwa um 1454/55 teilten beide das bisher erworbene Unternehmensvermögen unter sich auf und gingen - sozusagen als Stammväter der Linien -

  • „Fugger vom Reh“ (-> Andreas) und die
  • „Fugger von der Lilie“ (-> Jakob d. Ä.)

getrennte Wege.

 

Auszeichnung

Das Wappen derer vom Reh - ein goldenes springendes Reh auf blauem Grund - erhielten Andreas’ Söhne 1462; denen „von der Lilie“ (-> Jakob (II.), dem Reichen und Brüdern) wurde das Wappen - ein in gold-blau geteiltes Schild mit jeweils einer in gegensätzlicher Farbe gehaltener Lilie - zehn Jahre später (-> 1473) , vom Kaiser übergeben.

 

Wie es weiter ging

Während es aber nach dem Pesttod Andreas’ 1457 mit den „Fugger vom Reh“ schon bald kontinuierlich bergab ging, brachten aus dem guten Dutzend Nachfahren Jakobs d. Ä. im Besonderen die Söhne

  • Ulrich (*1441/°1510) und
  • Jakob (II.) „der Reiche“ (*1459/°1525) sowie, nach dessen Tod, dessen Neffe
  • Anton Fugger (*1493/°1560)

die Familie zu märchenhaftem Reichtum und außergewöhnlichem politischen Einfluss.

Das Unternehmen entwickelte sich zum Global Player seiner Zeit.
Und etwa ab 1507/11 stiegen die Angehörigen der Linie „Fugger von der Lilie“ - vormals Tuchmacher, Goldschmiede,  Händler, Kaufleute, Bergwerksbesitzer, Banker sowie Nothelfer und Finanziers von Königen, Kaisern und Päpsten - in den Adelsstand auf ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

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