Die Fuggerei – was ist das eigentlich?

Die älteste und noch heute existierende Sozialsiedlung der Welt!

 

Der Initiator

Zurückzuführen ist diese im Reihenhausstil angelegte „Stadt in der Stadt“ auf eine von Jakob Fugger (II.), dem Reichen, 1521 gegründete Stiftung.
In Augsburg!
Dem Hauptsitz des im 15./16. Jahrhunderts wichtigsten und einflussreichsten Handels- und Bankiersunternehmens im Familienbetrieb der Fugger.

 

Wer waren die Fugger?

Neben einigen anderen Familien, im Besonderen die der ebenfalls in Augsburg ansässigen Welser, gehörten die Fugger zu den führenden kapitalistischen Global Playern der Zeit. Sie versorgten Kaiser, Könige, Fürsten und Päpste mit dem notwendigen Kapital für deren durch ständige Kriege und anderes mehr leer geräumte Kassen, stiegen in den Adelsstand auf, nutzen ihren ausgeprägten politischen Einfluss für ihre Geschäfte und wurden dabei unverschämt reich.

 

Geld ist nicht alles

Das muss Jakob den Reichen - im Gedanken an sein durch gelegentlich auch dubioses Geschäftsgebaren möglicherweise verloren gegangenes Seelenheil - irgendwie stark umgetrieben haben.
Vielleicht hat er sich aber auch nur, den Artikel 14 (2) des Grundgesetztes vorwegnehmend, gesagt:
"Eigentum verpflichtet!"
Wie auch immer!

 

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut

Jedenfalls bot die von ihm ins Leben gerufene Fuggerei Angehörigen der breiten Schicht der Besitz- und Bedeutungslosen Unterkunft gegen geringes Entgelt und dreimal Beten täglich für den Seelenfrieden der Fuggerfamilie.
Eine Miete von lediglich 88 Cent jährlich entspricht noch heute dem Ansatz des Stifters und die Gebete sind nach wie vor für etwaige - allerdings ausschließlich katholische - Bewohner des Quartiers verpflichtend.

 

Die Örtlichkeit

Das Terrain der Fuggerei besteht aus einer Handvoll Gassen mit 67 Häusern (-> 140/142 Wohnungen; von denen eine besichtigt werden kann), einer Kirche, einer Stadtmauer mit drei Toren, einem Museum sowie der Möglichkeit eines Restaurant-, Café- und/oder Biergartenbesuchs.

 

Verwaltung und Finanzierung

Die Verwaltung der Fuggerei obliegt der „Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungs-Administration“, die wiederum der Aufsicht des „Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Familienseniorats" unterliegt.
Das notwendige Geld für die Fuggerschen Stiftungen, also auch das für die Fuggerei, kommt im Wesentlichen aus der Forstwirtschaft, Immobilienbesitz, Spenden und - zu einem ganz geringen Teil - aus Eintrittsgeldern ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

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