Warum wird die Epoche der Renaissance auch das „Goldene Zeitalter“ genannt?

Weil diese Epoche, historisch periodisiert in Früh-(etwa ab 1400/1420), Hoch-(ab 1500) und Spätrenaissance (etwa ab 1520) und in der geschichtswissenschaftlichen Betrachtung und Darstellung übereinstimmend so gesehen, eine zuvor nicht da gewesene Neugestaltung kulturellen, künstlerischen und gesellschaftlichen Denkens und Handelns repräsentiert.

 

Sprung nach vorn

Überkommene Denkmuster wandelten, bisherige Weltanschauungen verschoben sich und machten Platz für ein neues Bewusstsein und veränderte Überzeugungen.
So wurden die Sichtweisen, zum Beispiel mit der

  • Entdeckung Amerikas 1492 durch Christoph Kolumbus,
  • Ferdinand Magellans erster Weltumseglung 1519 bis 1521 oder der hervorstechenden
  • Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg um 1450,

sozusagen auf den Kopf gestellt. Die Menschen der Renaissance schienen es geradezu für bare Münze zu nehmen, dass gerade jetzt, zu der Zeit in der sie lebten, der "Homo sapiens" in seiner Gesamtheit einen einzigartigen Sprung nach vorn mache.

 

Raus aus der Masse

Die Vertreter des zur Mitte des 14. Jahrhunderts einsetzenden Gedankens des „Humanismus“ (-> lat.: „humanitas“ -> „Menschlichkeit“) orientierten sich an den Philosophen des klassischen Altertums und stellten den Menschen als umfassend gebildete, für sich selbst denkende Persönlichkeit - als Individuum - in den Mittelpunkt gesamtgesellschaftlicher Gemeinschaft.

 

Erfolgsstory

Ausgehend von Italien, insbesondere von Florenz und später Rom, manifestierte sich dieser Aufbruch in eine neue Zeit in einer unglaublichen Fülle an bildender Kunst, Architektur, Malerei, Musik und Literatur.
Neue Techniken, wie zum Beispiel die

  • Fresco-Malerei (-> Fresco: Farbe auf noch feuchtem Putz),
  • mechanische Räderuhren (-> Stahlfeder statt Gewicht) oder der
  • Kupferstich (-> mit einem Stichel auf eine Kupferplatte geritzte Darstellungen -> Tiefdruck),

einhergehend mit ungeahntem Sponsoring durch zu üppigem Wohlstand gekommene Kaufleute und Banker, entstanden und führten, unter anderem, zu imposanten Bauwerken, beeindruckende Gemälden und ebensolcher Literatur, deren Bedeutung und Großartigkeit hier im Detail erklären zu wollen, den Rahmen dieser – bewusst kurz gehaltenen – Beiträge sprengen würde …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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