Wer war Galileo Galilei?

Geboren in Pisa und aufgewachsen in Florenz, veränderte Galileo Galilei (*1564/°1642) – sozusagen – die bis dahin geltenden Maßstäbe der Welt.

Denn aufgrund seiner eigenen Beobachtungen des Sternenhimmels, bestätigte er zweifelsfrei die These des deutsch-polnischen Astronomen Nikolaus Kopernikus (*1473/°1543), wonach nämlich die Sonne im Mittelpunkt der um sie kreisenden Planeten, einschließlich der sich um die eigene Achse drehenden Erde („heliozentrisches/kopernikanisches Weltbild“), steht.

Von Pisa über Padua zurück nach Florenz

Galileo Galilei, der 1584 das von seinem Vater vorgeschlagene Medizinstudium aufgegeben hatte, um sich stattdessen dem

  • Studium der Mathematik zuzuwenden,
  • war anschließend Lektor an der Uni in Pisa,
  • arbeitete ab 1592 als Professor für Mathematik in Padua und
  • wurde 1610 von seinem Gönner und Fürsprecher Cosimo II. de’Medici (*1590/°1621) als so genannter Hofmathematiker der Medici nach Florenz geholt.

Privat-Persönliches

Galileo Galilei war nie verheiratet, hatte aber eine, wie es heißt, langjährige Beziehung zu seiner Haushälterin, mit der er drei Kinder hatte. Vermutlich irgendwann um 1610 herum scheint er das Verhältnis aufgegeben zu haben. Die Töchter gingen ins Kloster, der Sohn wurde später von Galileo als legitimes Kind anerkannt.

Der Unbeugsame

Zweimal,

  • 1616 (Papst Paul V.; *1552/°1621) und
  • 1633 (Papst Urban VIII.; *1568/°1644),

stand Galilei in Konflikt mit der Katholischen Kirche, die zwar neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht grundsätzlich ablehnend gegenüberstand, aber letztlich doch an dem bestehenden Weltbild des in Ägypten geborenen (in allen Betrachtungen allerdings oft als „griechisch“ bezeichneten) Mathematikers, Astrologen und Philosophen Claudius Ptolemäus (*um 100/°160? n. Chr.) festhielt. Und dieser Ptolemäus war der unumstößlichen Meinung, dass

  • sich Sonne, Mond und Sterne um die im Mittelpunkt fest stehende Erde drehen („geozentrisches Weltbild“).

Trotz vielfältiger Ermahnungen, eines Lehr- und Denkverbots, eines von ihm verlangten und widerstrebend gegebenen Statements seiner und der kopernikanischen Lehre abzuschwören, hielt Galileo Galilei unbeirrt an seiner Auffassung eines „heliozentrischen Weltbildes“ fest. Nämlich: '...und sie dreht sich doch ...!', die Erde. Und zwar um die Sonne!

Womit Galilei sich sonst noch so beschäftigte

Mit seinen bahnbrechenden naturwissenschaftlichen Entdeckungen, wie – zum Beispiel:

  • die der Fallgesetze,
  • seiner Elastizitätstheorie,
  • der Weiterentwicklung des vom niederländischen Optiker Johannes Lipper(s)hey (*um 1570/°1619) „erfundenen“ Fernrohrs/Teleskops,
  • einer ganzen Reihe astronomischer Beweisführungen (u.a. Mondkrater, Sternenvielfalt der Milchstraße, Jupitermonde, Sonnenflecken etc.), bis hin zum
  • Tomatenpflücker sowie eines
  • Vorläufers des Kugelschreibers u.a.m.,

gilt der Physiker, Mathematiker, Philosoph und Astronom Galileo Galilei heute unwidersprochen als derjenige, der eine gänzlich neue Entwicklung der Naturwissenschaften einleitete.

Villa il Gioiello und letzte Ruhestätte

Ab 1633 unter Hausarrest stehend sowie mit dem Verbot jeglicher Lehrtätigkeit belegt, verstarb Galileo Galilei, inzwischen erblindet, zu Beginn des Jahres 1642 in seiner Villa il Gioiello in Arcetri, einem Stadtteil von Florenz/Italien.

Sein vom italienischen Bildhauer Giovanni Battista Foggini (*1652/°1725) gestaltetes Grabmahl, ist für den geneigten Florenz-Besucher in der Basilika (und Museum) „Santa Croce“ zu besichtigen …

Apropos

Im Oktober 1992 wurde Galileo Galilei von der katholischen Kirche, Papst Johannes Paul II. (Karol Wojtyla; *1920/°2005), rehabilitiert.

Autor: Manfred Zorn
Quelle: Galileo Galilei - Prozess ohne Ende (Albrecht Fölsing; R. Piper & Co. Verlag, München)

 

 

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