Warum gilt Papst Leo X. gewissermaßen als „Wegbereiter“ der Reformation?

Weil er den bereits von Papst Julius II. (*1443/°1513) initiierten Neubau des Petersdomes sowie sein verschwenderisches Wohlleben unter anderem mit exzessivem Freikauf aller Sünden (Ablasshandel/Ablassbriefe) finanzierte.

 

Der Ignorant

Die an diesem Verhalten aufkommende Kritik wurde von ihm schlichtweg ignoriert.

Auch den Anschlag der 95 Thesen umfassenden Streitschrift Martin Luthers im Oktober 1517 an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg und den darin enthaltenen Unmut am Lotterkirchenstaat Vatikan hatte er nicht sonderlich ernst genommen.

Reformation

Rückblickend scheint das für den Medici-Papst Leo X. (*1475/°1521) und seine katholische Kirche ausgesprochen dumm gelaufen zu sein. Denn trotz der Exkommunikation Luthers im Januar 1521 waren dessen Reformbestrebungen, und damit die Spaltung der Kirche in eine Reihe verschiedenster christlicher Konfessionen, nicht mehr aufzuhalten.

Die nun beginnende und etwa über einen Zeitraum von einhundertdreißig Jahren andauernde kirchliche Erneuerungsbewegung (Reformation) nahm – auch begünstigt durch das Nichtbegreifen wollen Papst Leos X. – unaufhaltsam an Fahrt auf ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige