Warum wurden die Franken Christen?

Alles begann mit Chlodwigs I.. Er ließ sich 498 n. Chr. taufen und trat damit zum katholischen Glauben über. Allerdings, wie so oft, nicht aus religiösen Gründen. Der Franke mit insgesamt sehr zwielichtigem Ruf tat das eher aus politischem Kalkül.

Chlodwig I. schloss, ganz pragmatisch, ein Bündnis mit den katholischen Bischöfen seines Reiches. Und da sich beide Seiten – Kirche und Staat – tolerierten, respektierten und sich gegenseitig freie Hand in ihren „Geschäften“ ließen, gelang es Chlodwig und seinen Nachfolgern im Laufe ihrer Herrschaft, das Fränkische Reich ohne Einflussnahme kirchlicher Institutionen über ganz Mittel- und Westeuropa auszuweiten.

 

Wurde das Heidentum der Franken zügig "ad acta" gelegt?

Nein, das geschah in einem langsamen Prozess. Zu Beginn lag beides nahe beieinander – heidnische Riten und christlicher Glaube. Die Franken wurden im Laufe merowingischer Herrschaft zwar zunehmend christianisiert, hielten aber trotzdem lange Zeit an ihren heidnischen Göttern, Dämonen und kultischen Bräuchen fest.

 

Wie hielten es die Merowinger mit dem Christentum?

Letztlich waren sie nur halbherzig bei der Sache. Ethik, Moral und Lauterkeit christlichen Glaubens erschloss sich ihnen nur mühsam oder überhaupt nicht. Ihrer nach außen vorgetragenen Hinwendung zum Christentum scheinen ausschließlich taktische Gründe zugrunde gelegen haben. Anders sind Verrat, Laster, Mord und Totschlag innerhalb der merowingischen Sippe nicht zu erklären. Andererseits haben sich ja auch viele andere Herrscher und Volksgruppen christlichen Glaubens praktisch an nichts gehalten, was der Glaube moralisch vorgibt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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