Welche Leistungen sind Pippin, dem „(Unter-)König in Italien“ zuzuschreiben?

Können Kriege als Leistung gewertet werden? Wohl eher nicht! Ein Gedanke, der Pippin (Unterkönig von Italien) allerdings nicht davon abhielt, so etwa ab 791, mit 14 Jahren, laufend Kriege zu führen.

Er zog gegen die Awaren, Slawen und – gemeinsam mit seinem Vater Karl dem Großen – gegen die Sachsen. Zu Beginn des 9. Jahrhunderts legte er sich mit den Mauren auf Korsika an und 810 dann mit den Venezianern – blieb bei diesem Unterfangen allerdings erfolglos.

Viele Gemetzel, dann jung verstorben

Immerhin, es gibt auch einige Berichte über "Wohltaten". So gewährte Pippin mehrmals Gefangenen den Abzug in ihre Heimat, unter anderem einigen Langobarden, die als Geiseln gehalten worden waren. Allerdings könnte auch hierhinter reiner Selbstzweck gestanden haben, die Befreiten sollten nämlich ihre heruntergekommenen Landgüter wieder in Ordnung bringen. Und die oben genannten Feldzüge waren überwiegend mit den damals üblichen Verwüstungen der eroberten Landstriche verbunden.

Kurz nach der Auseinandersetzung mit Venedig, noch im gleichen Jahr, also 810, verstarb Pippin der "(Unter-)König in Italien". Er wurde nur 33 Jahre alt. Nachfolger wurde sein Sohn Bernhard, der sein Amt als „(Unter-)König in Italien und der Langobarden“ von 812 bis 818 ausübte.

Autoren: Manfred Zorn & Dr. Jörg Zorn

 

 

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