Warum unternahm Pippin der Bucklige einen Umsturzversuch?

Pippin der Bucklige (769-811; der erste Sohn aus der Verbindung zwischen Karl dem Großen und dessen erster Gattin Himiltrud) hätte eigentlich Nachfolger von Karl dem Großen werden müssen. Hätte. Denn wohl wegen seiner Verunstaltung wurde ihm dieses Erbrecht genommen. Formal begründete Karl der Große das anders, nämlich damit, dass seine erste Frau eher eine Mätresse gewesen sei.

Karlmann statt Pippin

Wie dem auch sei, als Pippins Halbbruder Karlmann (777-810; aus der dritten Ehe Karls des Großen mit Hildegard) auf die Welt kam, wurde der im Jahre 781 zum Thronfolger erklärt. Karlmann wurde von Papst Hadrian I. umgetauft, erhielt den Namen Pippin und bekam den Titel König von Italien.

Das alles schreckte Pippin den Buckligen keineswegs ab. Um doch noch sein verbrieftes Recht durchzusetzen, unternahm er 792 mit einigen ebenfalls unzufriedenen Adeligen einen Umsturzversuch. Hat aber nichts genutzt. Die Mitverschwörer wurden entweder eingesperrt oder hingerichtet, Pippin der Bucklige für den Rest seines Lebens ins Kloster gesteckt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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