Karl der Große: König & Kaiser

Wie kam Karl der Große an die Macht? Und wie wurde er Kaiser? Um solche Fragen geht es in diesem Kapitel.

Warum gab es nach dem Tod Pippins III. des Jüngeren zwei Frankenkönige?

Weil Pippin unmittelbar vor seinem Tod 768 eine Teilung des Reiches verfügte. Danach sollte Karl (der Große) Austrien (-> den östlichen Teil Frankreichs), Bayern, das Land nördlich des Mains, die Niederlande und einige Teilgebiete Frieslands erhalten.

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Waren Karl und Karlmann glücklich mit der Teilung des Fränkischen Reiches?

Nicht im Geringsten. Weder Karl noch Karlmann, und auch sonst niemand am Hof, hatte mit dieser unglücklichen Teilung des fränkischen Reiches – mit absolut uneinheitlichen Gebieten und Grenzen – gerechnet. Zwistigkeiten zwischen den Brüdern waren vorprogrammiert.

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Wie wurde Pippins des III. letzter Wille am Hof beurteilt?

Unterschiedlich. Die einen fanden die in ihren Augen salomonische Teilung der Hinterlassenschaft Pippins ganz toll. Sie glaubten, damit könne eine erneute Spaltung des Reiches in eigenständige Rassen, Stämme und Sprachen verhindert werden.

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Was verhinderte den Bruderkampf zwischen Karl und Karlmann?

Ein in der Luft liegender Bruderkampf um die Macht im Reich blieb durch den frühen Tod Karlmanns (°771) aus. Karl der Große hatte nun freie Hand. Jetzt konnte er endlich das Frankenreich ganz nach seinem Gusto gestalten und verwalten. Karl war am Ziel. Endlich war er König des gesamten Reiches.

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Wann und wie wurde Karl der Große zum König der Langobarden?

Mit dem Tod des Bruders Karlmann 771, übernahm Karl auch dessen Gebiete. Er herrschte nun über das gesamte Frankenreich. Drei Jahre später, 774, marschierte er in Richtung Lombardei. Dabei gelang es Karl dem Großen, nach längerer Belagerung der „Hauptstadt“ Pavia, den Langobardenkönig Desiderius zu entmachten.

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Warum trug Karl der Große die Langobardenkrone eigentlich zu Unrecht?

Nun, bereits der Langobardenkönig Desiderius trug die Krone zu Unrecht. Denn streng betrachtet, gehörte Italien - und damit auch die Lombardei - zu Ostrom (-> Byzanz). Und nur der oströmische Kaiser hätte sowohl Desiderius, als auch Karl krönen dürfen.

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Warum mochte Karl der Große Papst Leo III. nicht wirklich?

Papst Leo III. (etwa *750 bis °816) wurde 795 Nachfolger Hadrians I., war aber nicht so anerkannt und beliebt wie dieser. Im Gegenteil! Leo galt in weiten Kreisen als hinterhältiges Schlitzohr, Betrüger, Spitzbube, Finsterling und schlimmeres. Ein Unsympath eben, der regelrecht verhasst war.

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Was wollte Papst Leo III. 799 von Karl dem Großen?

Schutz! Papst Leo III. verlangte Unterstützung in der Auseinandersetzung mit seinen Widersachern, die ihn als Papst nicht mehr haben wollten.

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Welche Fragen warf Papst Leos III. Besuch in Paderborn auf?

Die Frage war, ob Karl der Große diesen unmöglichen Papst wieder in sein Amt hieven sollte oder nicht? Angilbert, Karls Jugendfreund und nunmehr fränkischer Diplomat, sprach sich dagegen aus. Auch Alkuin war darüber anfänglich nicht begeistert.

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Warum und wann reiste Karl der Große nach Rom?

Nun, in Rom wurde nach wie vor Stimmung gegen Papst Leo III. gemacht - und die war keineswegs eine Gute. Nur Karl der Große konnte entscheiden, ob ein Gerichtsverfahren gegen Leo angestrengt werden sollte. Die Beschäftigung mit der Causa Leo III. durch eine fränkische Abordnung „Rechtsgelehrter“, hatte bisher kein freundliches Bild für den Papst ergeben. Leo drohte der Prozess.

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Was beabsichtigte Papst Leo III. mit der Geste des Entgegenreitens?

Papst Leo III., der vor einer Synode (-> Bischofsversammlung) einen so geannten "Reinigungseid" ablegen sollte, wollte bei Karl dem Großen schlicht und einfach für "gut Wetter" sorgen. 

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Was bewog Papst Leo III. zu seinem Kuschelkurs gegenüber Karl dem Großen?

Mit seinem - zu damaliger Zeit - recht ungewöhnlichen Entgegenkommen, Karl den Großen bereits im Umland Roms zu begegnen, wollte Papst Leo III. die Franken zu einer für ihn günstigen Betrachtung des anstehenden Prozesses beeinflussen.

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Warum hatte Karl der Große Skrupel, Papst Leo III. verurteilen zu lassen?

Nun, die Beschäftigung mit Leos fadenscheinigem Verhalten führte auf der Synode in Rom zu kontroversen Diskussionen. Zwischen Karl, dessen Söhnen und anderen wichtigen Amtsträgern kam es in der Causa Leos III. zu unterschiedlichen Auffassungen. So war Pippin König von Italien zum Beispiel für eine strikte Verurteilung des betrügerischen, prassenden und herumhurenden Fieslings; Ludwig der Fromme dagegen, der ohnehin ein geistliches Leben dem eines möglichen Nachfolgers Karls vorgezogen hätte, stellte sich auf die Seite des Papstes.

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Warum kam ein Prozess gegen Leo III. nicht in Frage?

Ein Prozess, wohlmöglich verbunden mit der Verurteilung des Papstes, hätte die bisher von Karl dem Großen betriebene Politik, hätte seine tatkräftig - selbst mit Waffengewalt - vorangetriebene Christianisierung innerhalb des Fränkischen Reiches, irreparabel in Frage gestellt und den Glauben nachhaltig erschüttert.

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Wie löste Karl der Große die Causa Papst Leo III.?

Mit einem raffinierten Trick! Karls Kirchenfürsten, allen voran der Bischof von Salzburg, der „schwarze Arn“, machten den Vorschlag, Papst Leo einfach einen Eid schwören zu lassen, einen so genannten „Reinigungseid“.

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War Papst Leo III. mit dem von ihm zu leistenden Reinigungseid einverstanden?

Wohl oder übel! Es gab nur diese eine Chance für ihn. Also unterzog sich Leo kurz vor Weihnachten des Jahres 800 diesem fragwürdigen Unterfangen.

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Wann, wo und warum krönte Papst Leo III. Karl den Großen zum Kaiser?

Dieses Ereignis fand am Weihnachtstag des Jahres 8oo in der Basilika von St. Peter statt. Zwei Tage zuvor war Leo durch seinen Reinigungseid „freigesprochen“ worden. Leo, der alte Fuchs, triumphierte und hatte eine Idee!

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Wusste Karl der Große von seiner bevorstehenden Kaiserkrönung?

Man weiß es nicht! Jedenfalls ließ ihn sein Outfit irgendwie verdächtig erscheinen! Denn die prunkvolle Kleidung, die er am Tag der Kaiserkrönung gewählt hatte, lässt vermuten, dass Karl vielleicht doch schon vorher gewusst hat, was da am Weihnachtstag des Jahres 800 auf ihn zukommt.

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Wie ging die Kaiserkrönung Karls des Großen von statten?

Nun, nach der verkündeten Heilsbotschaft kniete Karl nieder und neigte den Kopf zum stillen Gebet. Während Karl noch die letzten Worte seiner Fürbitte sprach, griff Leo nach der Kaiserkrone.

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Was sollte der Kaisertitel Karls des Großen deutlich machen?

Karls neuer Titel, von Papst Leo III. selbstverständlich auf Latein ausgesprochen, lautete in etwa sinngemäß: „Carolo Augusto, der allergnädigste, erhabene, von Gott gekrönte, große und Frieden stiftende König der Franken und Langobarden“.

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Warum war Karls des Großen Kaisertitel umstritten?

Weil Karls neuer Titel (mit Ausnahme des Verweises auf die Franken und Langobarden) ursprünglich nur den römischen Kaisern und später den byzantinischen (-> oströmischen) Herrschern vorbehalten war!

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Warum hielt Papst Leo III. den Kaiserthron für vakant?

Tja, der mit allen Wassern gewaschene Papst Leo III. hatte geflissentlich die Existenz der zur gleichen Zeit in Byzanz herrschenden Kaiserin namens Irene von Athen unbeachtet gelassen.

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Von wem wurde Karl der Große „kaiserlicher Bruder“ genannt?

So nannte der byzantinische Kaiser Karl den Großen ab 812. Bis dahin wurde über das „doppelte“ Kaiserproblem heftig gestritten, obwohl sich bereits 802 eine endgültige Lösung angeboten hätte. In jenem Jahr wurde nämlich die Kaiserin Irene von ihrem Finanzminister Nikephorus gestürzt, der daraufhin ihre Nachfolge antrat.

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