Warum kam ein Prozess gegen Leo III. nicht in Frage?

Ein Prozess, wohlmöglich verbunden mit der Verurteilung des Papstes, hätte die bisher von Karl dem Großen betriebene Politik, hätte seine tatkräftig - selbst mit Waffengewalt - vorangetriebene Christianisierung innerhalb des Fränkischen Reiches, irreparabel in Frage gestellt und den Glauben nachhaltig erschüttert.

Karl wäre gesellschaftlich unten durch, und seine Verantwortung als Schutzherr der Kirche als unglaubwürdig stigmatisiert gewesen. Also, was tun? Nun, es kam nicht zum Prozess. Papst Leo III. musste einen so genannten Reinigungseid ablegen, und Karl wurde von ihm zum Kaiser gekrönt. So einfach kann Politik sein ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

 

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