Gab es im Fränkischen Reich einen „Bildungsnotstand“?

Als Karl der Große 768 „Teilkönig“ und 771 Alleinherrscher des Frankenreiches wurde, lag das Reich bildungsmäßig in der Tat im Argen. Die nach dem Niedergang des römischen Reiches geführten Kriege hatten zu regionaler Separation und sprachlicher Vielfältigkeit, und die in der Folge stattgefundenen Plünderungen zur Zerschlagung bestehender Strukturen geführt.

Karl, der diese Misere schnell erkannt hatte, versammelte um sich eine internationale Elite, deren für ihn wichtigster Berater der angelsächsische Gelehrte Alkuin war. Unter dessen Ägide verfügte er etwa um die Mitte der achtziger Jahre des 8. Jahrhunderts per königlichem Dekret (-> Beschluss, Anordnung, Erlass), dass in allen Klöstern und Kathedralkirchen (-> lat.: „ecclesia cathedralis“) des Reiches Schulen errichtet und eine allgemeine Schulpflicht eingeführt wurde.

Autor: Manfred Zorn

 

 

Verwandte Beiträge

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige