Niedergang der Karolinger

Warum konnte das Reich von Karl dem Großen sich nach seinem Tod nicht mehr lange halten? Darum geht es in diesem Kapitel.

Wie kam Ludwig der Fromme zu Kaiserwürden?

Flapsig gesagt: Den Letzten beißen die Hunde.

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Was für ein Typ war Ludwig der Fromme?

Ludwig der Fromme (etwa *778 bis °840) war der drittälteste Sohn Karls des Großen aus dessen zweiter Ehe mit Hildegard. Er ähnelte zwar seinem Vater in der Statur, soll aber weniger der Jagd, den Ritterspielen oder dem Kampf, als mehr geistlichen Themen der Kirche zugetan gewesen sein.

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Womit begann Ludwig der Fromme seine Herrschaft?

Unmittelbar nach Machtantritt, räumte Ludwig am Hof auf. Alles, was seiner Auffassung moralischer Lebensweise entgegenstand, wurde eliminiert. Die unter seinem Vater gepflegte Geselligkeit und relative Lockerheit, wich gelebter Frömmelei, Biedersinn und Piefigkeit.

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Wie sahen Ludwigs des Frommen Reformen aus?

Ludwigs dringendstes Anliegen war, die Einheit zwischen Kirche und Staat zu erreichen. Wichtige Elemente dieser Bestrebungen waren demnach 816 die Reform des Kirchenrechts auf der Reichssynode von Aachen sowie die 817 auf dem so genannten Reformreichstag, ebenfalls in Aachen, verfügte „Ordinatio imperii“ (-> „Ordnung des Reiches“).

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Was sollten das neue Kirchenrecht und die „Ordinatio imperii“ regeln?

Die Kirchenrechtsreform von 816 schrieb eine für alle Klöster des Frankenreiches verbindliche Liturgie sowie eine strenge, alle Bereiche klösterlichen Lebens umfassende, Regelung nach benediktinischen Grundsätzen vor.

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Warum ließ sich Ludwig der Fromme ein zweites Mal krönen?

Das kann nur vermutet werden.

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Hatte Ludwig der Fromme eigentlich Frau und Kinder?

Ja, hatte er.
Trotz seiner auf Moral ausgerichteten Lebensführung, hatte er seit etwa 793 sogar eine Tochter (Alpais) und einen Sohn (Arnulf) aus einer vorehelichen Beziehung.

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Woran scheiterte Ludwigs des Frommen „Ordnung des Reiches“?

Ganz einfach daran, dass Ludwig sein Thronfolgegesetz konterkarierte, indem er sich von seiner zweiten Gattin Judith überreden ließ, entgegen der 817 festgelegten Erbfolge, dem gemeinsamen Sohn Karl II. „dem Kahlen“ (etwa *823 bis °877/Kaiser ab 875) Alemannien, das Elsass sowie Teile der Schweiz und Burgunds – ursprünglich Lothar I. vorbehalten – als Erbe zu versprechen.

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Was ist das „Lügenfeld“?

Das im Volksmund so genannte „Lügenfeld“ ist eine Region nahe Colmar im Elsass, die eigentlich Rotfeld heißt und 833 Schauplatz eines obskuren Reichstages war. 

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Welche Folgen hatte der Familienstreit Ludwigs des Frommen?

Spätestens ab 830 herrschte so etwas wie Sodom und Gomorra in der Familie Ludwigs des Frommen. Seine Söhne Lothar I., Pippin und Ludwig „der Deutsche“ revoltierten gegen dessen Entscheidung, Karl II. „dem Kahlen“ ein neues Teilreich zu offerieren. Alles in allem - es ging hoch her in der Familie.

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Was wurde aus Lothar I.?

Lothar I. (etwa *795 bis °855), Sohn Ludwigs des Frommen und Enkel Karls des Großen, war Herzog von Bayern, römischer Kaiser, (Unter-)König von Italien und König der Langobarden und nach der Reichsteilung im Vertrag von Verdun 843 schließlich König des so genannten Mittelreiches – dazu gehörten von Norden nach Süden: Friesland, die Niederlande, das Rheinland, Burgund, die Provence und reichte in Italien bis zur Stadt Rom.

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Was wurde aus Ludwig „dem Deutschen“?

Ludwig „der Deutsche“ (etwa *806 bis °876), dritter Sohn Ludwigs des Frommen und Enkel Karls des Großen sowie selbsternannter König von Bayern, war im Grunde ein unauffälliger Typ.

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Was wurde im „Vertrag von Meersen“ festgelegt?

Der zwischen Ludwig II. "dem Deutschen" oder auch "der Fromme" (*um 806/°876) und seinem Halbbruder Karl "dem Kahlen" (*823/°877) 870 geschlossene Vertrag von Meersen (-> Niederlande), verschaffte Ludwig die östliche Hälfte Lothringens.

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Was wurde aus Karl „dem Kahlen“?

Karl „der Kahle“ (etwa *823 bis °877), jüngster Sohn aus Ludwigs des Frommen zweiter Ehe mit Judith, trug den Namenszusatz „der Kahle“ weniger wegen mangelnder Haarpracht, sondern mehr aus Gründen gebietsmäßiger Benachteiligung durch seinen Vater auf dem Reichstag zu Worms 829.
Seine Regentschaft nach der Reichsteilung im Vertrag von Verdun, korrespondiert im Grunde mit denen seiner Halbbrüder Lothar I. und Ludwig „dem Deutschen“.

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Warum ließ Karl III. „der Dicke“ die Normannen laufen?

Das wusste damals niemand! Karl III. „der Dicke“ (etwa *839 bis °888), Sohn Ludwigs „des Deutschen“, Karolinger und 881 von Papst Johannes VIII. zum „römisch-deutschen“ Kaiser gekrönt, war ein tumber Tropf. Er war unentschlossen, nicht durchsetzungsfähig und letztlich einfach unfähig.
Warum?

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Warum wurde gegen Karl „den Dicken“ geputscht?

Das kam so.
Als der „dicke“ Karl 885 vor der Stadt Chartres in der Nähe von Paris erneut den Hasenfuß gab, und damit den Normannen geradezu einen Freibrief für ausgiebige und ertragreiche Plünderungen gab, schlug das dem Fass den Boden aus.

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Was wurde nach Karl „dem Dicken“ aus dem Frankenreich?

Nach der Absetzung Karls „des Dicken“, nahm der fränkische Reichsadel das Heft in die Hand. Zwar machten seine wichtigen aristokratischen Vertreter noch einmal einen Karolinger, Arnulf von Kärnten, zum ostfränkischen König und 896 zum „römisch-deutschen“ Kaiser, konnten aber nicht umhin festzustellen, dass das Geschlecht der Karolinger mehr und mehr in der Versenkung verschwand.

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Was trug endgültig zum Niedergang der Karolinger bei?

Nun, zum einen war da Karl „der Dicke“ (etwa *839 bis °888), der es wegen seiner Unfähigkeit – insbesondere im Kampf gegen die Normannen (-> Wikinger) – nicht verstanden hatte, das fränkische Reich im Sinne Karls des Großen weiterzuführen und schließlich 887 seines Amtes enthoben wurde.

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Wer war Ludwig „das Kind“ – und was/wer kam nach ihm?

Ludwig IV. „das Kind“ (etwa *893 bis °911), Sohn Arnulfs von Kärnten und ewig kränkelnd, wurde zu Beginn des Jahres 900 in Forchheim zum ostfränkischen König gemacht. Aber der zu Beginn seiner Amtszeit Sechsjährige, hatte wenig auszurichten. Während seiner – man möchte sagen – Pseudoherrschaft, stand Ludwig unter der Fuchtel der einflussreichen Bischöfe von Mainz und Konstanz.

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