Welche Folgen hatte der Familienstreit Ludwigs des Frommen?

Spätestens ab 830 herrschte so etwas wie Sodom und Gomorra in der Familie Ludwigs des Frommen. Seine Söhne Lothar I., Pippin und Ludwig „der Deutsche“ revoltierten gegen dessen Entscheidung, Karl II. „dem Kahlen“ ein neues Teilreich zu offerieren. Alles in allem - es ging hoch her in der Familie.

Ludwig der Fromme wurde zweimal - erfolglos - abgesetzt; Judith, seine Ehefrau, samt Sohn Karl „dem Kahlen“ verschiedentlich ins Kloster verbannt. Es wurde - sozusagen jeder gegen jeden - gekämpft, gelogen und integriert.

Und für was? Für wenig! Wenn nicht sogar für „Nichts“!

Zwar wurde nach dem Tod Pippins I., des Königs von Aquitanien, 838 das Reich unter den verbliebenen Söhnen Ludwigs des Frommen:

  • Lothar I. (*795/°855) - König von Bayern, "römischer" Kaiser und König von Italien (-> König der Langobarden), 
  • Ludwig „dem Deutschen“ (*806/°876) - (Unter)König von Bayern und ab 840 König des ostfränkischen Reiches und 
  • Karl II. "dem Kahlen“ (*823/°877) - König der Westfranken und von 875 bis zu seinem Ableben König von Italien und "römischer" Kaiser 

aufgeteilt, aber natürlich, was auch sonst - es wurde weiter heftig gestritten.

Bis, ja, bis das Frankenreich 843 im Vertrag von Verdun ein zweites Mal und endglültig unter den drei genannten Brüdern aufgeteilt wurde.
Ein Vorgang, der gleichzeitig den schleichenden Anfang vom Ende der karolingischen Herrschaft bedeutete.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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